Ralf Klöpfer verlässt die MVV Energie Ende des Jahres 2025. Er lege sein Vorstandsmandat "auf eigenen Wunsch" nieder, teilt der Versorger dazu mit.
Klöpfer ist seit 2013 Mitglied des Vorstands und verantwortet das Vertriebsressort. Bis zu seinem Ausscheiden werde er das Ressort weiterführen und entsprechend der strategischen Ausrichtung des Unternehmens weiterentwickeln, heißt es aus Mannheim. Über die Nachfolge werde der Aufsichtsrat im Laufe des Jahres entscheiden.
Der Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht (CDU), der zugleich Chef des MVV-Aufsichtsrates ist, bedauert Klöpfers Entscheidung laut der Mitteilung sehr. Klöpfer habe die MVV als Vertriebsvorstand über ein Jahrzehnt mitgeprägt und als modernes, kundenorientiertes Energieunternehmen ausgerichtet. Neben dem Aufbau von Energiedienstleistungen für die Erneuerbaren gehören auch der Einstieg in das Geschäft mit Rechenzentren und die Smart-City-Lösungen zu seinen Erfolgen, erläutert Specht.
Clemens übernimmt von Müller
Klöpfers bevorstehender Abschied ist nicht die einzige Veränderung an der Spitze des Versorgers: Zum 1. April 2025 übernimmt Gabriël Clemens vom langjährigen MVV-Vorstandsvorsitzenden Georg Müller. Der 61-Jährige prägte mit seinen 16 Jahren an der Konzernspitze in Mannheim eine Ära.
Clemens kommt vom Eon-Konzern, wo er seit 2021 als CEO Green Gas in der Geschäftsführung der Eon Hydrogen tätig. Dort verantwortet er die Wasserstoffaktivitäten des Essener Energiekonzerns.
Ärger wegen Gasnetz-Stilllegung
Im vergangenen Dezember war die MVV bundesweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem der Konzern angekündigt hatte, bis 2035 komplett aus der Gasversorgung auszusteigen und auch das Gasnetz stillzulegen. Das Vorgehen hatte für erhebliche Unruhe bei Verbrauchern und in der Kommunalpolitik gesorgt. Auch die Energiebranche diskutierte intensiv und kontrovers über das Vorgehen der Mannheimer. Trotz des Wirbels verteidigte Konzernchef Georg Müller die Kommunikation seines Unternehmens. "Wir haben keinen Fehler gemacht", sagte Müller auf der Bilanzpressekonferenz. Vielmehr hätte man den Beschluss "noch aktiver kommunizieren müssen".
Das Unternehmen habe bereits im Jahr 2021 erstmals darauf hingewiesen, sich bis 2035 vom Gasnetz verabschieden zu wollen. Man wolle die kommenden Jahre nutzen, um die Transformation des Energiesystems möglichst verbraucherfreundlich hinzubekommen. Müller räumte allerdings ein, dass der Konzern in seiner Argumentation "vielleicht etwas zu rational ist".



