Es wird mehr Monteure für Solaranlagen brauchen, wie eine neue Studie zeigt. (Symboibild)

Es wird mehr Monteure für Solaranlagen brauchen, wie eine neue Studie zeigt. (Symboibild)

Bild: © Bill Mead/Unsplash

Um Solar- und Windenergie weiter auszubauen, braucht es viele Fachkräfte. Das Nadelöhr mit einer Lücke von knapp bilden dabei 17.000 Elektrik-Fachkräfte, deren Qualifikation für die Arbeiten mit Starkstrom alternativlos ist. Das hat eine Studie des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ergeben.

Insgesamt fehlen der Energiewende schon heute rund 216.000 Arbeitskräfte. Der größte Mangel herrscht dabei in der Bauelektrik, der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie der Informatik.

Essenzieller Beruf

Hinzu komme, dass bei der Nachfrage nach diesen Fachkräften viele Branchen konkurrieren, beispielsweise das Baugewerbe, das Verarbeitende Gewerbe oder das Handwerk, so die Studienautor*innen weiter. Über alle relevanten Branchen hinweg könnten demnach sehr viele offene Stellen in diesen Berufen rein rechnerisch bereits heute nicht besetzt werden.

Doch gerade bei der Elektrik sei der Mangel am gravierendsten. "Elektrik-Fachkräfte stellen nicht nur für den Ausbau der Solar- und Windenergie einen der zentralen Schlüsselberufe dar – auch für andere Zukunftsaufgaben wie die Förderung von E-Mobilität und Energieeffizienz sind sie essenziell", sagt Studienautorin Anika Jansen vom KOFA. Unternehmen sollten deshalb verstärkt mit attraktiven Ausbildungsangeboten in einer zukunftsträchtigen Branche werben.

Frauenanteil ausbaufähig

Darüber hinaus seien in den Berufen, die für den Ausbau erneuerbarer Energien aus Solar und Wind benötigt werden, Frauen bislang nur wenig präsent. So lag der Frauenanteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr 2021 in neun der 15 relevanten Berufe unter zehn Prozent. Frauen seien daher künftig stärker in den Blick zu nehmen, um mehr Fachkräfte für die Energiewende zu gewinnen. Weitere Potenziale zur Fachkräftesicherung könnte die Umschulung oder Weiterbildung von An- und Ungelernten, etwa über Teilqualifikationen bis hin zum vollwertigen Berufsabschluss bieten.

Die Studie mache vor allem deutlich, dass in der Energiewende eine große Chance liege, sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE). "Die Branchen der Erneuerbaren Energien bieten quer über alle Ausbildungsniveaus hinweg zahlreiche, sichere Arbeitsplätze in zukunftsfesten Bereichen. Wegen der dezentralen Strukturen der Erneuerbaren sind die Arbeitsplätze nicht nur auf die Metropolregionen konzentriert, sondern über das ganze Land verteilt."

Zentrale Plattform für Fachbetriebe

Damit der Photovoltaik-Ausbau gelingt, haben der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) eine Kooperation beschlossen. So will man in den Bereichen "Kompetenz", "Fachtechnik" und "Weiterbildung" künftig enger zusammenarbeiten. Neben einer "Technischen Handlungshilfe Photovoltaik" sei auch die Entwicklung gemeinsamer Weiterbildungskonzepte für Dachdecker und Elektrotechniker geplant.

Zudem soll gemeinsam eine zentrale Online-Plattform aufgebaut werden, die die Suche nach geeigneten Fachbetrieben zum Einbau von PV-Anlagen erleichtert und somit eine fundierte Beratung und qualitativ hochwertige Umsetzung gewährleistet, heißt es. Konkret umgesetzt wurde bereits eine Fortbildung zum Photovoltaik-Manager im Dachdeckerhandwerk: Hier hätten bisher 500 Dachdeckerbetriebe teilgenommen, bis Frühjahr 2023 sollen es rund 1000 sein, die den einwöchigen Intensivkurs absolviert haben.

Fortbildung für alle

In den E-Handwerken seien bereits knapp 50 Prozent der Betriebe im Bereich "PV" tätig. Dabei arbeitet rund ein Drittel dieser Betriebe schon jetzt öfter oder sogar immer mit Dachdeckern zusammen, wenn es um die Installation von PV-Anlagen geht.

Daher wollen die beiden Gewerke enger zusammenarbeiten. "Sich über Fachregeln austauschen oder neue technische Lösungen hinsichtlich Sicherheit, Funktionalität und Verarbeitung zu betrachten, sind dabei grundlegend", erklären ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi und ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx. Kunden wollen wissen, ob Indach- oder Aufdachsysteme die bessere Lösung seien, wie es sich mit innovativen Solarziegeln verhalte oder wünschten sich ein komplettes Energie-Gebäudemanagement. "Daher wollen wir auch die Fort- und Weiterbildung in den Betrieben vorantreiben, und zwar für alle: für Betriebsinhaber, Gesellen und auch für Azubis." (jk)

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