Auch in der Corona-Krise gewinnt der öffentliche Dienst an Attraktivität.

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Bild: © Adobe Stock/.shock

Durch den demografischen Wandel und eine erhöhte Erwerbsbeteiligung in der Altersklasse der 55- bis 65-Jährigen ist der Anteil der Beschäftigten über 55 Jahren in den letzten Jahren stark gestiegen. So gab es im Jahr 2020 7,3 Mio. Ältere unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Diese werden voraussichtlich in den nächsten zehn Jahren in die Rente überwechseln, wie eine Analyse des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) ergibt.

Wenn weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten können und die Nachfrage an Fachkräften gleichbleibt – also kein Stellenabbau stattfindet – könnte die Renteneintrittswelle die aktuellen Fachkräfteengpässe verschärfen. Darüber hinaus könnte es sogar zu neuen Engpässen kommen, heißt es.

Zwei Mio. Beschäftigte in zehn Jahren

So werden in den nächsten zehn Jahren rund zwei Mio. ältere Beschäftigte Berufe verlassen, in denen Fachkräfte bereits jetzt knapp sind. Im Berufsfeld Bau, Architektur und Vermessung treffen ein besonders hoher Anteil an älteren Beschäftigten und ein bereits bestehender Fachkräftemangel aufeinander: 26,1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren in 2020 55 Jahre oder älter, während im September 2021 rund die Hälfte der Stellen (52,1 Prozent) rein rechnerisch nicht besetzt werden konnte.

Besonders betroffen von einer möglichen Verschärfung der Fachkräfteengpässe könnten die Berufe Führer/innen von Erdbewegungsmaschinen, Berufskraftfahrer/innen im Güterverkehr, aber auch Spezialist/innen für die Aufsicht und Führung in der Gesundheits- und Krankenpflege sein. Auch für Expert/innen in der Altenpflege könnte sich die Fachkräftesituation verschärfen.

Ausbildungsplätze sind erhöht worden

In der Versorgungswirtschaft ist vor allem das Aufsichtspersonal in der Ver- und Entsorgung betroffen. Rund 40 Prozent der Beschäftigten sind hier älter als 55 Jahre.

Dennoch hat die Analyse auch positive Nachrichten zu vermelden: So zeigte sich bei der Betrachtung des Ausbildungsverhaltens, dass in Engpassberufen, in denen bereits im Jahr 2013 schon viele Ältere unter den Beschäftigten waren, das Ausbildungsplatzangebot deutlich erhöht wurde. (jk)

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