Viele Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung haben sich mittlerweile an Homeoffice gewöhnt. (Symbolbild)

Viele Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung haben sich mittlerweile an Homeoffice gewöhnt. (Symbolbild)

Bild: © pikselstock/AdobeStock

Sechs unterschiedliche Mobile Office-Typen stellen Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen heute vor neue Herausforderungen. Ein Viertel der Erwerbstätigen (25 Prozent) mit Mobile Office-Erfahrung sind wahre Fans der Arbeit von zuhause. Sie stellen auch die größte Grupe dar, wie eine Studie des Instituts für Automation und Kommunikation (Ifak) und von Priotas herausgefunden hat.

Diese Homeoffice-Fans sind demnach etwas älter, häufig zwischen 40 und 54 Jahre alt und leben meist in 2-Personen-Haushalten. Sie bewerten den Austausch mit den Kollegen positiv, fühlen sich ins Team eingebunden, und schätzen den Informationsfluss im Projekt und im Team und das strukturierte Arbeiten. Diese Gruppe möchte der Studie zufolge am liebsten fünf Tage von zuhause aus arbeiten.

Ablehner sind unzufrieden

Fast genauso groß ist die Gruppe der Mobile Office-Ablehner (23 Prozent). Die Ablehner sind häufiger männlich und eher jünger. Dieser Typ sei generell unzufrieden im häuslichen Office, habe seltener Spaß an der Arbeit und bewerte alle Kriterien deutlich negativer, so die Studienautoren.

Die Ablehner können außerdem zu Hause nicht in Ruhe arbeiten, sind nicht gut strukturiert und fühlen sich weniger effektiv und weniger wertgeschätzt. Mal liegt es an der Ausstattung des Arbeitsplatzes, dem Informationsfluss im Projekt, der internen Kommunikation und dem Führungsverhalten des Vorgesetzten. Die Ablehner sind daher eher im Büro als daheim zu finden.

Teamvermisser fühlen sich einsam

Die Teamvermisser machen der Studie zufolge ein Fünftel (19 Prozent) der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen aus. Die Teamvermisser kommen in allen Altersgruppen vor und leben überdurchschnittlich häufig allein. Er oder Sie hat zwar technisch die benötigte Ausstattung, und auch die Kommunikation mit der Führungskraft funktioniert gut.

Was jedoch fehlt, ist der direkte, persönliche Kontakt zu den Kollegen und Kolleginnen. Die Teamvermisser fühlen sich im heimischen Office deutlich häufiger einsam und schlechter über Dinge im Unternehmen informiert. Auch läuft der Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen häufig nicht reibungslos.

Familiär Beanspruchte häufiger abgelenkt

Etwa 15 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitsnehmerinnen im Mobile Office gehören zum Typ der familiär Beanspruchten. Diese Personen sind im Schnitt jünger, mehrheitlich unter 40 Jahre alt und leben überdurchschnittlich häufig in Mehrpersonenhaushalten.

Sie sind häufiger abgelenkt, vermischen öfter Privates und Berufliches und können seltener in Ruhe arbeiten. Spaß an der Arbeit kommt da eher weniger auf, die Effektivität leidet, und der familiär Beanspruchte ist oft unzufrieden. Überraschenderweise fühlt sich der familiär Beanspruchte im Mobile Office öfters einsam und vermisst den persönlichen Kontakt zum Team, so die Studienautoren.

Zufriedene Mobile Office-Individualisten

Die zufriedenen Mobile Office Individualisten machen neun Prozent der Erwerbstätigen aus. Diese sind mit Mobile Office sehr zufrieden, jedoch wird die Kommunikation und die Teambindung bemängelt.

In dieser Gruppe sind etwas häufiger Frauen und eher etwas ältere Personen vertreten. Vertreter dieses Typs können störungsfrei arbeiten, sind gut strukturiert und ihrer Einschätzung nach effektiv. Der zufriedene Individualist fühlt sich keineswegs einsam und vermisst den Kontakt zu den Kollegen am wenigsten. Was jedoch bemängelt wird, ist der Austausch mit der Führungskraft und der Informationsfluss im Betrieb.

Den Ausstattungslosen fehlt Struktur

Jeder zehnte Erwerbstätige (9 Prozent) gehört nach wie vor zur Gruppe der Ausstattungslosen und hat zu Hause keinen richtigen Arbeitsplatz mit der benötigten Ausstattung eingerichtet. Es handelt sich hierbei überwiegend um junge Personen, die häufig allein leben.

Er oder sie kann deshalb deutlich weniger gut strukturiert arbeiten und bewertet die eigene Arbeit weniger häufig als effektiv. Und das, obwohl diesem Typ meist alle Informationen vorliegen, die für die Arbeit benötigt werden, der Austausch mit der Führungskraft klappt und auch die Integration ins Team stimmt. Der Ausstattungslose ist deshalb häufiger im Büro anzutreffen.

Vier Handlungsempfehlungen

"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass nicht alle Berufstätigen gleich sind und jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin unterschiedliche Voraussetzungen und Präferenzen mitbringt", sagt Marcel Bruder, Managing Director, Priotas GmbH. "Deshalb müssen Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, Führungskräfte und Personalvertretungen Mobile Office sehr differenziert - mit dem Fokus auf den Mitarbeitenden - betrachten."

Eine Kultur des Vertrauens und der Flexibilität sei hierfür Grundvoraussetzung. Der Experte gibt zu den verschiedenen Mobile Office Typen auch Tipps für Unternehmen:

  1. Optionen anbieten:
  2. Feedbackmöglichkeiten schaffen:
  3. Regeln festlegen:
  4. Vertrauen aufbauen: Gegenseitiges Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen und Mitarbeitenden ist Grundvoraussetzung für produktives Arbeiten im Mobile Office. Die Führungskräfte nehmen im Vertrauensaufbau und in der Kommunikation und Wertschätzung eine Schlüsselfunktion ein und müssen von Fall zu Fall dafür geschult und weiter befähigt werden.

(jk)

 

 

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