Das SAP-System soll eine reibungslose Gehaltszahlung an die Belegschaft des Energieversorgers gewährleisten

Das SAP-System soll eine reibungslose Gehaltszahlung an die Belegschaft des Energieversorgers gewährleisten

Bild: © Lothar Drechsel/AdobeStock

Das Gehalt verabschiedet sich aus der Tabuzone. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Studie, für welche die Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu 1016 Arbeitnehmer*innen zum Thema Gehaltstransparenz befragt hat. Demnach würden es 56 Prozent der Befragten befürworten, wenn ihr aktueller Arbeitgeber zumindest den Gehaltsrahmen ihrer Mitarbeiter*innen offenlegt.

Fast ein Drittel (31 Prozent) wäre sogar damit einverstanden, wenn die genauen Gehaltszahlen veröffentlicht werden. Zwei Drittel der Befragten sind demnach überzeugt, dass dadurch das Gefühl für Fairness und Gleichbehandlung in der Belegschaft steigt. 67 Prozent gehen von einer ansteigenden Motivation der Mitarbeiter*innen aus, da Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar werden und 63 Prozent erwarten, dass durch eine transparente Haltung ihres Arbeitgebers leichter neue Talente gewonnen werden.

Ende eines Tabus

"Wir erleben derzeit das Ende des Tabuthemas Gehalt", sagt Chesran Glidden von Kununu. "Mitarbeiter*innen fordern und suchen zunehmend Transparenz, um sich und ihre Karriere einordnen zu können."

Die neue Offenheit hinsichtlich ihrer Gehaltszahlen gelte auch im unmittelbaren Umfeld der Mitarbeiter*innen. So würden 67 Prozent gerne wissen, was ihre Kolleg*innen verdienen. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) findet es sogar sehr wichtig, das zu wissen.

Gehaltsrahmen in Stellenanzeige

Andersherum zeigen sich die Befragten nur leicht verhaltener. So wären immerhin 56 Prozent von ihnen damit einverstanden, wenn ihre Kolleg*innen wüssten, was auf ihrem Lohnzettel steht – 18 Prozent fänden das sogar sehr gut.  

Doch nicht nur im internen Kollegenkreis haben viele Beschäftigte kein Problem damit, ihren Verdienst offenzulegen. Auch für die externe Talentensuche ihres Arbeitgebers sind sie in dieser Hinsicht durchaus offen. Mehr als drei Viertel der Befragten wären damit einverstanden, wenn zumindest der Gehaltsrahmen einer Position zum Beispiel in Stellenanzeigen publiziert wird.

Gehaltsdaten spielen große Rolle

Immerhin 41 Prozent können sich sogar vorstellen, ihr konkretes Gehalt dort vorzufinden. Ein Hintergrund dafür: Auch in der eigenen Jobsuche der Befragten spielen Gehaltsdaten eine große Rolle.

78 Prozent der Befragten schätzen konkrete Gehaltsdaten in Stellenanzeigen oder auf Karrierewebseiten als für sie bewerbungsrelevant ein.  82 Prozent finden dementsprechend: Stellenanzeigen sollten zumindest eine grobe Gehaltsspanne für die ausgeschriebene Position enthalten.  

Skepsis auf der Managementebene 

Warum die meisten Arbeitgeber in Deutschland, im Gegensatz etwa zu österreichischen oder britischen Unternehmen, trotzdem zum Gehaltsthema schweigen, liegt aus Sicht vieler Beschäftigter vor allem am Top-Management. 62 Prozent der Befragten vermuten, dass in den Chefetagen kein Ende des Gehaltstabus gewünscht ist.

Weitere 61 Prozent befürchten demnach einen ansteigenden Neidfaktor im Unternehmen – vor allem dann, wenn die Offenlegung der Daten zeigt, dass es unterschiedliche Gehälter bei vergleichbaren Tätigkeiten gibt. Unentschieden sind die Befragten dagegen beim Thema Datenschutz. 42 Prozent der Studienteilnehmer:innen hätten Datenschutzbedenken, 43 Prozent nicht. (jk)

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