Die Produktivität ist im Homeoffice tendenziell höher. Die Mehrheit der Befragten einer Studie von Great Place to Work gibt an, remote produktiver zu sein als im Unternehmen. Nur 14 Prozent stimmen dem nicht zu.
Das Forschungsinstitut hat im Auftrag des IHK-Impulsnetzwerks online 1032 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern befragt. Dabei gaben vor allem jüngere Menschen geben an, im Homeoffice oder mobil produktiver arbeiten
zu können. Jedoch spielen Arbeitsort, Ausstattung, Abstimmungsbedarf oder Teamgeist eine entscheidende Rolle. So äußerten sich 30 Prozent der Befragten eher ambivalent, was die Produktivität im Homeoffice angeht.
Frage der Präferenzen
Die Frage der Präferenzen für hybrides oder sogar vollständiges Remote-Arbeiten hing allerdings nicht zwingend davon ab, ob Unternehmen dies aktiv förderten. Wichtiger waren der Studie zufolge die Arbeitsbedingungen, die Mitarbeitende bei sich zu Hause vorfinden.
Beim hybriden Arbeiten oder Remote-Arbeit gehe es daher in erster Linie darum, Wünsche der Mitarbeitenden möglich zu machen, wie die Studienautoren schlussfolgern. Zudem bleibe es wichtig, die Mitarbeitenden, für die aufgrund der Wohn- bzw. Lebenssituation Home-Office unattraktiv sei, mit guten Arbeitsbedingungen im Unternehmen zu unterstützen.
Einbindung der Mitarbeitenden
"Die Zeit des Wandels hat begonnen und er wird zum Dauerzustand", sagt Andreas Schubert, Geschäftsführer, Great Place to Work. "Hybrides Arbeiten wird in der Zukunft zur Selbstverständlichkeit und ein fester Bestandteil der erlebbaren Unternehmenskultur."
Unternehmen müssten neue Arbeitsmodelle daher als Chance begreifen, die eigenen Mitarbeitende noch stärker zu motivieren und sich gleichzeitig als attraktiver Arbeitgeber präsentieren zu können. "Aber diese
neue Form der Zusammenarbeit muss aktiv unter Einbindung der Mitarbeitenden gestaltet werden."
Jüngere Mitarbeitende haben andere Bedürfnisse
Wie die Studien außerdem ergab, spielten Position und Betriebszugehörigkeit bei der Präferenz von Arbeitsmodellen eine Rolle. Jüngere Mitarbeitende haben demnach mehr Bedarf an Arbeit vor Ort. Mitarbeitende, die schon länger im Unternehmen sind, bevorzugen ein hybrides Arbeitsmodell mit Schwerpunkt Remote. Denn sie sind in ihrem Arbeitsbereich gesettelt und mit Kolleg*innen gut vernetzt.
Jüngere Mitarbeitende oder solche mit geringerer Betriebszugehörigkeit, bauen sich ihr Netzwerk noch auf und wollen die Kultur des Unternehmens erleben. Führungskräfte, vor allem in der mittleren und höheren Ebene zeigen, dass ihnen wichtig ist, allen Mitarbeitenden in den verschiedenen Arbeitsmodellen entsprechend ihrer Bedürfnisse gerecht zu werden. Sie sind dem entsprechend häufiger im Unternehmen anzutreffen.
Rückzug hat mit Unternehmenskultur zu tun
Zudem stellte sich heraus, dass Unternehmen einen Einfluss darauf haben, inwieweit Mitarbeitende sich fürs Homeoffice entscheiden. So sei die erlebte Kultur bei den Präferenzen nicht entscheidend, könne aber ein wichtiger Indikator sein, heißt es. Das Bedürfnis, Remote zu arbeiten steht zwar zu allererst im Kontext zur individuellen Lebenssituation der Mitarbeitenden.
Unternehmen, die hybride Arbeitsmodelle anbieten, befördern aber das Erleben einer guten Arbeitsplatzkultur bei ihren Mitarbeitenden. So bewerten Mitarbeitende, die vollständig remote arbeiten wollen, die Kultur im Unternehmen besonders kritisch. Dies könne auf ein gewisses Rückzugsverhalten hindeuten.
Hohe Ansprüche an Arbeitsplätze
Mitarbeitende, die ein hybrides Arbeitsmodell präferieren, hätten weiterhin hohe Ansprüche an Arbeitsplätze im Unternehmen, heißt es in der Studie weiter. Die Mitarbeitenden kämen nicht nur ins Büro, um mit Kolleginnen und Kollegen zusammenzutreffen und zusammen zu arbeiten.
Angebote zur Remote-Arbeit beziehungsweise hybride Arbeitsmodelle werden demnach ein wichtiges Instrument, um sich als mitarbeiterorientierter Arbeitgeber zu profilieren. Sehr gute Arbeitgeber werden in Zukunft so viele hybride Arbeitsmodelle wie Mitarbeitende haben, schlussfolgern die Studienautoren. (jk)



