Zwei Drittel der Zeitarbeitsunternehmen überlassen ihren Kunden inzwischen Silver Worker, so die Lünendonk-Studie

Zwei Drittel der Zeitarbeitsunternehmen überlassen ihren Kunden inzwischen Silver Worker, so die Lünendonk-Studie

Bild: © endostock/AdobeStock

Laut der Lünendonk-Studie 2023 „Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland“ war das Wachstum 2022 mit knapp 10 Prozent das bislang stärkste. Lediglich der Nachholeffekt nach der Corona-Pandemie 2021 führte in den Jahren nach der Finanzkrise 2008/2009 zu einem stärkeren Anstieg von 14 Prozent.

Verdrängungswettbewerb macht sich bemerkbar

Die Top 25 Zeitarbeitsunternehmen erwirtschaften rund 32 Prozent des Marktvolumens. Diese Entwicklung deutet auf einen Verdrängungswettbewerb hin, der sowohl durch Übernahmen als auch durch eine veränderte Nachfrage angetrieben wird. Laut der Studie haben die führenden Unternehmen häufig neue Regionen erschlossen oder ihr Dienstleistungsangebot ergänzt.

Weitere Treiber des Marktwachstums waren steigende Preise und Löhne sowie der hohe Personalbedarf - insbesondere bei Logistikunternehmen und in der Automobilindustrie. Gefragt waren vor allem qualifizierte Fachkräfte: Anbieter, die überwiegend Personen mit Ausbildung oder Studium überlassen, wuchsen mit 16,5 Prozent deutlich stärker als Unternehmen mit mehr gering qualifizierten Zeitarbeitskräften (4,6 Prozent).

Silver Worker bringen langjährige Erfahrung in Projektteams ein

Zwei Drittel der Zeitarbeitsunternehmen überlassen ihren Kunden inzwischen Personen im Rentenalter, so genannte Silver Worker. Ihre Arbeitszeit liegt oft unter einer Vollzeitstelle und ist auf Projekte beschränkt.

Studienautorin und Lünendonk-Beraterin Lena Singer kommentiert: „Durch die Vermittlung von Silver Worker greifen die Zeitarbeitsunternehmen auf meist hoch qualifizierte und motivierte Ressourcen zurück, die den Arbeitsmarkt normalerweise schon verlassen hätten. Das Geschäftsmodell ist sowohl für Unternehmen als auch für die Fachkräfte im Rentenalter eine Win-Win-Situation.“

Silver Worker tragen laut Studie dazu bei, die Folgen des demografischen Wandels abzufedern. Die Anzahl der Personen im Rentenalter ist jedoch von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich.

Lena Singer, Studienautorin und Lünendonk-Beraterin

Zuwachs kommt aus dem Ausland

Ein weiterer wirksamer Lösungsansatz gegen den Personalmangel war die Rekrutierung von 14 Prozent aller Zeitarbeitskräfte aus dem Ausland. Das ist ein Anstieg um 3,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Der Trend könnte sich fortsetzen: 70 Prozent der befragten Zeitarbeitsunternehmen planen, ihre Rekrutierungsbemühungen im Ausland zu verstärken. Vorreiter sind bislang Polen und Rumänien, die den Großteil der ausländischen Zeitarbeitskräfte stellen. (bs)

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