Andreas Schierenbeck hat den Uniper-Konzern mit sofortiger Wirkung verlassen.

Andreas Schierenbeck hat den Uniper-Konzern mit sofortiger Wirkung verlassen.

Bild: © Uniper

Der finnische Energiekonzern Fortum bindet den deutschen Versorger Uniper stärker an sich und besetzt Schlüsselposten mit eigenen Managern. Uniper-Vorstandschef Andreas Schierenbeck trat am Montag mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück, wie das Düsseldorfer Unternehmen mitteilte. Nachfolger wird der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Dieter Maubach. Demnach verlässt auch Finanzvorstand Sascha Bibert das Unternehmen. Auf ihn folgt Tiina Tuomela, die eine Spitzenmanagerin bei Fortum ist und bisher ebenfalls im Uniper-Aufsichtsrat saß. Maubachs Posten als Uniper-Chefkontrolleur übernimmt Fortum-Chef Markus Rauramo.

Fortum hielt zuletzt 76,1 Prozent der Anteile von Uniper. Nach Fortums Willen sollen die beiden Unternehmen etwa bei der Wasserkraft in Nordeuropa, beim Energiehandel sowie bei der Entwicklung von Solar- und Windenergie in Europa und Wasserstoff enger zusammenarbeiten. „Während die Umsetzung dieser neuen Strategie in den genannten Bereichen bereits begonnen hat, ist Fortum davon überzeugt, dass weitere Vorteile realisiert und schneller erreicht werden können“, erklärte das finnische Unternehmen. Funktionen und Geschäftsbereiche würden innerhalb des Konzernverbunds stärker zusammenarbeiten und die Geschäftsabläufe weiter integriert. Ziel sei es, Wertschöpfung für beide Unternehmen und die gesamte Fortum-Gruppe zu erzielen, sagte Rauramo.

Fortum verzichtet auf klare Ansagen

Fortum will aber zunächst nicht ganz nach Uniper greifen. Bis Ende des Jahres verzichtet der Konzern nach eigenen Angaben auf einen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag und will die verbliebenen Uniper-Aktionäre nicht mit einem sogenannten Squeeze-Out herauskaufen. „Für die Zeit danach ist noch keine Entscheidung gefallen“, fügte Fortum hinzu.

Wie die Rheinische Post unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, seien Schierenbeck und Bibert nicht länger bereit gewesen, den hinhaltenden Kurs des finnischen Großaktionärs Fortum mitzutragen. Der sofortige Abgang der beiden Manager sei als Zeichen für einen Abschied im Zorn zu werten. Demnach soll es auch in der Uniper-Belegschaft große Unruhe geben. Die Sorge im Konzern sei groß, dass Fortum Uniper zerlegen und die Zentrale zu einer kleinen Filiale schrumpfen könnte. (amo/mit dpa)

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