Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat die Maschinenbau-Ingenieurin Beate Kallenbach-Herbert zur Kaufmännischen Geschäftsführerin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) berufen. Sie folgt am 1. Januar Hans-Albert Lennartz nach, der Ende August altersbedingt ausgeschieden war. Das geht aus verschiedenen Pressemitteilungen des Ministeriums (BMU) und der BGE vom Dienstag hervor.
Die BGE muss unter anderem
- ein Endlager für die hochradioaktiven Abfälle aus den Kernkraftwerken suchen helfen,
- die schwach radioaktiven Endlager Asse II und Morsleben fachgerecht dichtmachen sowie
- das schwach radioaktive Endlager Schacht Konrad errichten und betreiben.
Kallenbach-Herbert ist fachlich seit längerem in Führungs- und Beratungsfunktionen zum Thema nukleare Entsorgung tätig: Derzeit leitet sie beim Öko-Institut in Darmstadt den Bereich Nukleartechnik und Anlagensicherheit. Dort beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit
- der Entsorgung radioaktiver Abfälle,
- der Konzeption von Verfahrensabläufen und Managementstrukturen unter Berücksichtigung der Beteiligung von Stakeholdern und Öffentlichkeit sowie
- dem Sicherheitsmanagement und
- der Sicherheitskultur.
Zudem gehört sie der Entsorgungskommission (ESK) und der Expertengruppe Schweizer Tiefenlager (ESchT) des deutschen Umweltministeriums an.
Das kaufmännische Ressort in einem 1.900-Mann-Unternehmen
An der Neuberufung ist zweierlei merkwürdig; das BMU ließ eine Anfrage der ZfK am Mittwoch unbeantwortet:
- Wie qualifiziert sich eine Ingenieurin (w/m) für eine Kaufmännische statt einer Technischen Geschäftsführung?
- Wieso lässt der Bund in der vierköpfigen Geschäftsführung der jungen BGE das kaufmännische Ressort einer Tochtergesellschaft, die 1.900 Mitarbeiter beschäftigt und deren Budget eher wachsen denn schrumpfen wird, nach einer absehbaren Pensionierung vier Monate lang verwaist? In der Zwischenzeit vertritt der stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung, Steffen Kanitz, das Kaufmännische. (geo)



