Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland kommt voran.

Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland kommt voran.

Bild: © Andreas Arnold/dpa

Der DGB macht sich dafür stark, Beschäftigte besser für die Wasserstofftechnologie zu qualifizieren. In einem neuen Positionspapier mit dem Titel „Gewerkschaftliche Anforderungen an die Wasserstoffwirtschaft: Auf dem Weg zur H2-ready workforce“ kritisiert der DGB,  dass die aktuelle politische Debatte sich vor allem auf technologische und wirtschaftliche Aspekte der Wasserstoffwirtschaft fokussiere. Diese Betrachtung greife aber für einen erfolgreichen Hochlauf zu kurz. Selbst die innovativste Technologie sei darauf angewiesen, dass es Beschäftigte gibt, die sie bedienen können. Deshalb müssten nicht nur Anlagen und Infrastrukturen H2-ready konzipiert werden. Es brauche auch eine gut qualifizierte „H2-ready workforce“.

Genaue Beschäftigungseffekte seien bisher wenig analysiert, heißt es in dem siebenseitigen Papier. Hier brauche es Studien im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie. Generell werde die Debatte um die Beschäftigungseffekte zu pauschal und undifferenziert geführt und wecke falsche Erwartungen, warnt der DGB. Mögliche Fachkräfte- und Qualifizierungsbedarfe müssten ermittelt werden, damit sich Bildungssystem und Arbeitsmarkt auf die neuen Anforderungen einstellen können.

Heute schon Mangelberufe

An vielen Stellen könne auf bestehende Berufsabschlüsse zurückgegriffen werden. Doch handele es sich dabei oft um Berufe, in denen heute bereits ein Mangel bestehe. Dieser werde durch den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft noch verschärft. Sollte langfristig ein Fachkräftemangel in Kernberufen der Wasserstoffwirtschaft bestehen, würden wichtige Teile der Wertschöpfungsketten nicht in Deutschland stattfinden, heißt es dazu mahnend in dem DGB-Papier.

Die Verfasser äußern sich auch zur Wasserstoff-Förderung. Staatliche Fördergelder sollten nur an Unternehmen gegeben werden, die ihren Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen bieten und die Grundsätze der Mitbestimmung respektieren und einhalten.

H2 regional denken

Wichtig ist dem DGB darüber hinaus, die regionalen Potenziale auszuschöpfen. Jede Region sei dabei unterschiedlich. Und die wirtschaftlichen Chancen der Wasserstoffwirtschaft seien nicht gleich verteilt. Im Vorteil scheinen aus Sicht des DGB Regionen zu sein, die starke Industriekerne und ein Netzwerk zwischen Wirtschaft und Wissenschaft aufgebaut haben. Doch auch Regionen, die stark in der Produktion erneuerbarer Energie sind, können laut der Analyse mit grünem Wasserstoff ein weiteres Standbein in der Energiewirtschaft aufbauen. (amo)

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