Nicht alles gehört in den Müllwagen: Viele Haushaltsgeräte taugen noch für ein zweites Leben – und finden über Projekte wie „Zweite Sahne“ neue Besitzerinnen und Besitzer.

Nicht alles gehört in den Müllwagen: Viele Haushaltsgeräte taugen noch für ein zweites Leben – und finden über Projekte wie „Zweite Sahne“ neue Besitzerinnen und Besitzer.

Bild: © Klaus Eppele/AdobeStock

Das nächste Webinar des ZFK-Frauennetzwerks am 19. Mai zeigt, wie nachhaltiges Wirtschaften im kommunalen Kontext konkret umgesetzt werden kann. Im Mittelpunkt steht das Gebrauchtwaren-Kaufhaus "Zweite Sahne“ der AVR Kommunal, das sich innerhalb kurzer Zeit zu einem viel beachteten Beispiel für kommunale Kreislaufwirtschaft entwickelt hat.

Darüber spricht Katja Deschner, Vorständin der AVR Kommunal AöR und Initiatorin des Projekts. Seit 2013 verantwortet sie als Geschäftsführerin die strategische und operative Weiterentwicklung, 2019 übernahm sie zusätzlich die Rolle der Vorständin der AVR Kommunal AöR.

Nachhaltiger Konsum

"Zweite Sahne" wird seit 2024 in Dossenheim betrieben und gibt gut erhaltenen Möbeln, Haushaltsgegenständen oder Spielwaren ein zweites Leben. Dafür wurde ein ehemaliges Autohaus, das sich bereits im Besitz des Unternehmens befand, umfassend umgebaut. Ziel des Projekts ist es, Abfälle zu vermeiden, Ressourcen zu schonen und nachhaltigen Konsum stärker im Alltag zu verankern.

Dass daraus einmal ein Vorzeigeprojekt werden würde, sei anfangs keineswegs selbstverständlich gewesen. Entscheidend sei vor allem die Beharrlichkeit einzelner Mitarbeiterinnen gewesen, die die Idee trotz Skepsis immer weiter vorangetrieben hätten, bis schließlich grünes Licht für die Umsetzung kam.

Heute wird das Kaufhaus von Kundschaft, Mitarbeitenden und Politik gleichermaßen positiv wahrgenommen. Besonders beliebt sind neben dem Secondhand-Angebot auch die Café-Ecke und die Atmosphäre des Hauses, die inzwischen viele Stammgäste anzieht. Gleichzeitig wünschen sich zahlreiche Städte und Gemeinden ähnliche Konzepte für ihre eigene Kommune.

Dossenheim, Zweite Sahne, das Gebrauchtwaren- Kaufhaus der AVR ist eröffnet, Vorständin Katja DeschnerBild: AVR / Klaus Landry

Katja Deschner

ist Vorständin der AVR Kommunal AöR sowie Geschäftsführerin der AVR Kommunal im Rhein-Neckar-Kreis. Nach einem Geografie-Studium an der Universität Mannheim begann sie ihre berufliche Laufbahn bei der Stadt Mannheim im Amt für Abfallwirtschaft. Nach einer zweijährigen Elternzeit setzte sie ihre Tätigkeit 1999 bei den Entsorgungsbetrieben der Stadt Heilbronn fort und wechselte 2002 zur AVR im Rhein-Neckar-Kreis. 

Erfahrungen aus der Praxis

In der digitalen Session des ZFK-Frauennetzwerks gibt Drescher Einblicke in die Entstehung des Konzepts, die Umsetzung in der Praxis und die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb. Sie spricht über konkrete Ansätze zu Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft, aber auch über Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung solcher Projekte.

Im Mittelpunkt stehen praktische Erfahrungen aus dem kommunalen Alltag und die Frage, welche Ideen sich auf andere Unternehmen und Kommunen übertragen lassen. Deschner verbindet langjährige operative Erfahrung mit strategischem Management und einem klaren Fokus auf kommunale Daseinsvorsorge, Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung moderner Entsorgungsstrukturen.

Die digitale Session "Gelebte Nachhaltigkeit: Zweite Sahne – Das Gebrauchtwaren-Kaufhaus der AVR" mit Katja Deschner findet am 19. Mai 2026 von 8:30 bis 10:00 Uhr statt. Interessierte können sich hier anmelden.

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