Teurer "Spaß": In Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis wurde wegen Sicherheitsbedenken ein Großteil der Stadtbahnen aus dem Verkehr gezogen.

Teurer "Spaß": In Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis wurde wegen Sicherheitsbedenken ein Großteil der Stadtbahnen aus dem Verkehr gezogen.

Foto: © Thomas Banneyer/dpa

Die Stadtwerke Bonn (SWB) haben die ersten dreizehn ihrer 60 ausgefallenen Bahnen wieder in Betrieb genommen. SWB Bus und Bahn-Chefin Anja Wenmakers legte dem Aufsichtsrat diese Woche auch eine Roadmap vor: Bis Ende November sollen ausreichend Bahnen in Betrieb genommen werden, um das reguläre Bahnangebot fahren zu können.

Am 21. Juli wurden 60 Stadtbahnen nach einer technischen Prüfung aus dem Verkehr gezogen: Es wurden Unregelmäßigkeiten bei den Bauteilen festgestellt. Seitdem läuft die einzelne Überprüfung für die Wiederinbetriebnahme der Fahrzeuge. Es ist ein teures Unterfangen: Bisher sind den Stadtwerken Kosten von mindestens 3,5 Millionen Euro entstanden. Das geht aus einem Bericht hervor, den der Aufsichtsrat angefordert hatte. Mit dem Ausfall der Stadtbahnwagen sind laut SWB Kosten für den Bahnersatzverkehr, die Leihfahrzeuge der KVB, externe Mitarbeitende sowie Geräte und Materialien zur Prüfung der Fahrzeuge verbunden.

Das eigene Personal setzen die Bonner dabei flexibel ein: "Viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Fahrdienst sind zu Kombifahrern ausgebildet und können dadurch ebenfalls im Busbetrieb eingesetzt werden", erklärte ein Sprecher auf Nachfrage der ZFK. "Darüber hinaus konnten Kolleginnen und Kollegen im Service sowie im Rangierdienst unterstützen."

Zu eine möglichen Übernahme der Kosten durch die Stadt erklärten die SWB: "Sowohl SWB Bus und Bahn, als auch die Stadtwerke Bonn insgesamt werden alle Anstrengungen unternehmen, aktiv gegenzusteuern und eine zusätzliche Belastung des städtischen Haushalts zu verhindern."

Ein Zeitplan "von Fachleuten"

Laut SWB steht der nächste Meilenstein Anfang Oktober an. Dann werde der erforderliche Bescheid für die Fahrzeuge der sogenannten Zweiterstellung erwartet. Anschließend sollen im Oktober die Voraussetzungen für die Wiederinbetriebnahme von Fahrzeugen der vierten Serie geschaffen werden.

"Der Zeitplan basiert auf den Einschätzungen unserer internen und externen Fachleute. Für unsere Fahrgäste ist jeder Tag zu viel, an dem Bahnen fehlen", sagt Wenmakers, Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn. "Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass alle notwendigen Prüfungen vollständig durchgeführt werden. Sicherheit und Verlässlichkeit bestimmen deshalb unser weiteres Vorgehen."

Der Aufsichtsrat begleitet die Ereignisse weiterhin kritisch: "Wir haben heute die Roadmap von Frau Wenmakers erhalten, die wir vor zwei Wochen eingefordert haben", so David Lutz, Vorsitzender des Aufsichtsrates der SWB. "Wir werden sie an den dargestellten Schritten und deren Umsetzung messen." Gleichzeitig laufe die unabhängige Untersuchung der vom Aufsichtsrat beauftragten Kölner Kanzlei. Sie soll klären, wie es zu dieser Situation kommen konnte und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden müssen.

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