Der tschechische Automobilhersteller Skoda präsentierte beim Genfer Automobilsalon erstmals ein Fahrzeug mit CNG-, Benzin- und Elektromotoren: den Skoda Vision X. Der CO2-Ausstoß liegt bei 89 Gramm pro Kilometer.

Der tschechische Automobilhersteller Skoda präsentierte beim Genfer Automobilsalon erstmals ein Fahrzeug mit CNG-, Benzin- und Elektromotoren: den Skoda Vision X. Der CO2-Ausstoß liegt bei 89 Gramm pro Kilometer.

Bild: © Skoda

Auf negative Klimaeffekte des Dieselskandals verwies Uwe Malach, Vorstandsvorsitzender der "Zukunft Mobil Baden-Württemberg", bei der 16. Jahrestagung des Vereins in Ettlingen. Dadurch, dass in den vergangenen Monaten immer mehr Autonutzer von Diesel auf Motoren mit Ottokraftstoff umgestiegen seien, würden nicht nur die Zulassungszahlen für Benziner steigen, sondern auch die CO2-Emissionen. Dagegen sei eine Trendwende hin zu alternativen Antrieben „nur in Nuancen spürbar“, so Malach, der im Hauptberuf technischer Bereichsleiter bei den Stadtwerken Sindelfingen ist.

Angesichts der Konzentration der baden-württembergischen Landesregierung auf die Förderung der Alternativoption Elektromobilität forderte Malach in Ettlingen eine „tatsächlich technologieoffene Roadmap“. Vor allem mit Blick auf den Kraftstoff Erdgas (CNG) gibt er die Devise aus: „Es spricht doch nichts dagegen, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen.“ Der Verein, der sich aus "Erdgas Mobil Baden-Württemberg" in "Zukunft Mobil Baden-Württemberg" umbenannt hatte, fordert deshalb Erdgas-, aber auch Wasserstofffahrzeuge in die Förderung aufzunehmen.

Alarmierende Zahlen

Christopher Lang vom baden-württembergischen Verkehrsministerium musste in Ettlingen eingestehen, dass im Ländle momentan die CNG-Mobilität keine spezielle Förderung erfährt. Hier setze man auf den freien Markt, betonte der Mitarbeiter des Referats für E-Mobilität und Fahrzeuginnovationen. Allerdings begrüße er „alles, was die Emissionen begrenzt“. Den Handlungsbedarf hat man auch im Ministerium erkannt. „Die derzeitige Mobilität ist nicht nachhaltig und gelangt an Grenzen“, sagte Lang. Die aktuellen Zahlen sind auch alarmierend. Während der Plan der Landesregierung vorsieht, die CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 20 bis 25 Prozent zu senken, sind diese aktuell um elf Prozent gestiegen.

Lang benennt die Herausforderungen so: „Sowohl der Bestand an Fahrzeugen als auch die jeweilige Fahrleistung muss sich reduzieren.“ Der ÖPNV stellt aus seiner Sicht dabei das Rückgrat eines künftigen nachhaltigen Verkehrssystems dar. Wenn man die Landesziele 2030 im Verkehrssektor – 30 bis 35 Prozent CO2-Reduktion gegenüber 1990 –  erreichen wolle, bedeute dies:

  • den ÖPNV-Anteil zu verdoppeln,
  • den Verkehr insgesamt um ein Drittel zu reduzieren,
  • ein Drittel des Individualverkehrs klimaneutral zu gestalten,
  • und jeden zweiten Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewältigen.

Dabei setzt die Landesregierung vor allem auf Elektromobilität. Die Erfolge sind hier bereits sichtbar: Heute sei jedes fünfte E-Fahrzeug in Deutschland im Ländle unterwegs, berichtete Lang. Die zusätzliche Landesförderung für E-Mobilität mit einem Volumen von 43 Mio. Euro, die unterschiedliche Programme beinhaltet, findet sehr gute Resonanz. Bereits im Juni seien die für dieses Jahr vorgesehenen Mittel aufgebraucht gewesen, so der Behördenvertreter in Ettlingen.

„Technologieoffen, aber nicht zielbeliebig“

Den Bedarf für eine gewisse Technologieoffenheit attestierte auch Manuel Schaloske von der Landesagentur „E-Mobil Baden-Württemberg“, die auch Brennstoffzellenfahrzeuge im Blick hat. „Wir brauchen alle Technologien“, sagte der Leiter Energie der Agentur. Allerdings sei man zwar grundsätzlich „technologieoffen, aber nicht zielbeliebig“. Dabei verwies Schaloske auf die unterschiedlichen Effizienzpotenziale der Kraftstoffalternativen. Während ein Elektroauto durchschnittlich einen Energiebedarf von 16 kWh für 100 Kilometer Fahrleistung habe, seien es bei Wasserstoff 39 und bei CNG oder synthetischen Kraftstoffen (SNG) 160. Nach seiner Einschätzung sollten Stromüberschüsse über SNG dort verwendet werden, wo es rein elektrisch nicht funktioniere. (mn)

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