Dem Verband der Automobilindustrie (VDA) geht der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur zu langsam. Aktuell müssen sich in Deutschland im Durchschnitt 17 E-Autos einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen, heißt es beim Verband. Die Europäische Union empfehle einen Wert von maximal zehn.
Der VDA erstellt regelmäßig ein E-Ladenetz-Ranking. Das jüngste Update zeige, dass der Ausbau in manchen Regionen sehr schleppend verläuft. Andere Städte und Kommunen holten dagegen auf.
Zahlen mit Schönheitsfehler
Pro Monat werden knapp 60.000 E-Autos in Deutschland neu zugelassen. Dagegen wachse die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte nur um knapp 1000 pro Monat, gibt VDA-Präsidentin Hildegard Müller zu bedenken. „Wir brauchen rund 2000 neue Ladepunkte pro Woche,“, meint Müller. Hinzukommen müssten neue Lademöglichkeiten im privaten Bereich, am Arbeitsplatz und im Handel.
Das VDA-Ladenetz-Ranking beruht auf den amtlichen Daten des Kraftfahrtbundesamtes und der Bundesnetzagentur. Problematisch daran ist, dass das Verzeichnis der Bundesnetzagentur die Säulen erst seit Beginn der Ladenetzverordnung im Jahr 2016 zählt. Ältere Ladepunkte sind dort häufig nicht aufgeführt.
Veröffentlicht wird ein „A-Wert“ und ein „T-Wert“. Der A-Wert berechnet die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte im Verhältnis zu den im Landkreis oder der Stadt zugelassen Autos. Der T-Wert gibt an, wie viele E-Autos sich einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen müssen.
Stuttgart klettert schnell
Im A-Wert-Ranking hat die Stadt Wolfsburg die Führung vom Landkreis Regen übernommen. Auf Platz zwei folgt Passau, auf dem dritten Platz steht Regensburg. Den größten Sprung im Attraktivitäts-Ranking machte Stuttgart. Die Stadt kletterte um 301 Listenplätze auf Position 51.
Den Spitzenrang beim T-Wert nimmt nun Salzgitter ein, das sich um zwei Listenplätze verbessern konnte. Auf Platz zwei folgt unverändert der Landkreis Freyung-Grafenau; auf Rang drei steht Emden. Die größte Verbesserung im T-Wert erreicht Speyer. Die Stadt verbesserte sich um 160 Plätze auf Rang 35. (wa)



