Starke Zuwächse gibt es bei batterieelektrisch angetriebenen Autos.

Starke Zuwächse gibt es bei batterieelektrisch angetriebenen Autos.

Bild. © Patrick-P.-Palej/stock.adobe.com

Die Batterien sind bei einem Elektroauto in der Regel das teuerste Bauteil. So kann es leicht passieren, dass schon kleinere Unfälle oder Probleme mit den Batterien zum Komplettaustausch oder gar zum wirtschaftlichen Totalschaden führen. Es geht aber auch anders, zeigt eine Analyse der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Zusammen mit dem Industriekonzern Henkel haben die Wissenschaftler untersucht, welche Vorteile sich ergeben, wenn Batterien nicht gleich ausgetauscht, sondern repariert werden.

„Die Reparatur einzelner Batteriemodule kann im Vergleich mit dem Austausch eines gesamten Batteriepacks bis zu 77 Prozent der Kosten und bis zu 91 Prozent der Emissionen reduzieren“, resümiert Achim Kampker von der RWTH Aachen. Daraus ergäben sich Vorteile für OEMs und Besitzer gleichermaßen – für Hersteller vor allem während der Garantiezeit, für die Besitzer aber häufig auch noch nach deren Ablauf.

Elektroautos wären deutlich nachhaltiger

Die Reparatur sei ein lohnender, wesentlicher Schritt in Richtung einer Kreislaufwirtschaft für Batteriesysteme. Dies könne Elektrofahrzeuge deutlich nachhaltiger machen, sagt Kampker.

„Innerhalb der ersten 80 Prozent der Batterielebensdauer ist die Reparatur fast immer die wirtschaftlichere und ökologischere Wahl gegenüber dem Austausch des Akkus“, betont Heiner Heimes, Mitautor der Studie. Die potenzielle Verringerung der Umweltbelastung durch geringere Treibhausgasemissionen und eine umsichtige Ressourcennutzung in Verbindung mit der Schaffung neuer Einnahmequellen mache die Batterie-Reparatur zu einer interessanten Perspektive für unterschiedliche Interessengruppen entlang der Wertschöpfungskette.

Reparaturfähigkeit bei der Konstruktion einplanen

Die Reparaturfähigkeit von Batterien sei indes entscheidend von ihrer Konstruktion und den verwendeten Materialien abhängig. Daher seien Produkte und Verfahren erforderlich, die eine schnelle Demontage und Wiedermontage ermöglichen, ohne dabei die Integrität des Systems zu beeinträchtigen.

Zu den kritischen Schritten im Reparaturprozess zählen das Öffnen des Batteriepacks, das Herausnehmen des einzelnen Batteriemoduls mit der Entfernung des klebenden thermischen Spaltfüllers, das Auftragen einer neuen Schicht, die Anbringung einer neuen Dichtung für den Batteriedeckel und das anschließende Verschließen des Batteriepacks. (wa)

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