Immer stärker, immer effizienter und immer billiger - mit dieser scheinbaren Gesetzmäßigkeit ist es bei Batterien erst einmal vorbei. Das haben die Marktforscher von BloombergNEF (BNEF) herausgefunden. Grund dafür seien steigende Preise für Rohstoffe und Batteriekomponenten sowie die rasante Inflation.
Diese Kombination habe zum ersten Anstieg der Preise für Lithium-Ionen-Batteriepacks geführt, seit BloombergNEF (BNEF) 2010 damit begann, den Markt zu verfolgen. Nach mehr als einem Jahrzehnt sind die volumengewichteten Durchschnittspreise 2022 auf 151 $/kWh gestiegen. Dies entspricht einem realen Anstieg von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Steigerung trotz Einführung günstigerer Chemikalien
Die Preise seien gestiegen, obwohl immer öfter kostengünstigere Chemikalien wie Lithium-Eisen-Phosphat (LFP) verwendet wurde. BloombergNEF geht davon aus, dass die Preise im nächsten Jahr auf einem ähnlichen Niveau bleiben werden. Diese Entwicklung setze sich über historische Trends hinweg.
Die obigen Zahlen stellen einen Durchschnitt über mehrere Batterie-Endverwendungen dar. Dazu gehören Elektrofahrzeuge, aber auch stationäre Speicherprojekte. Bei Paketen für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) lagen die Preise bei 138 $/kWh.
„Unreife Märkte“ in Europa und den USA
Auf regionaler Ebene waren die Batteriepaketpreise in China mit 127 $/kWh am günstigsten. Packungen in den USA und Europa waren um 24 beziehungsweise 33 Prozent höher. Dies spiegelt laut BNEF die relative Unreife dieser Märkte, die höheren Produktionskosten, das vielfältige Anwendungsspektrum und Batterieimporte wider.
BNEF erwartet, dass der Batteriepreis 2024 wieder sinken wird. Dann sollten die Lithiumpreise wieder sinken, da mehr Förder- und Raffineriekapazitäten in den Markt gehen. Bis 2026 sollten die Preise dann unter 100 $/kWh fallen. Dies sei aber zwei Jahre später als bisher erwartet. Diese Verzögerung werde sich negativ auf die Fähigkeit der Autohersteller auswirken, für den Massenmarkt zu produzieren und zu verkaufen. (wa)



