Zu viele Elektroauto-Fahrer hatten über blockierte und dabei nicht genutzte Ladesäulen geklagt.

Zu viele Elektroauto-Fahrer hatten über blockierte und dabei nicht genutzte Ladesäulen geklagt.

Bild: © mmphoto/Adobe Stock

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat die zweite Ausgabe seines Elektromobilitätsmonitors vorgestellt. Darin sind erstmals auch Daten aus dem neuen BDEW-Ladesäulentracker eingegangen, die Aufschluss über die Auslastung der Ladesäulen geben. Und da zeigt sich deutlich Luft nach oben. Der BDEW spricht sogar von einem „Überangebot an Lademöglichkeiten“.

Laut BDEW standen den E-Mobiliisten zum 1. Juli 100.838 öffentliche Ladepunkte mit insgesamt 4,5 Gigawatt (GW) installierter Ladeleistung zur Verfügung. EU-Ziel sind 1,3 kW installierte Ladeleistung pro batterieelektrisches Fahrzeug und 0,8 kW pro Plug-In Hybrid. Für die aktuell auf Deutschlands Straßen fahrenden E-Pkw ergebe dies einen Bedarf von 2,23 GW. „Damit ist heute in Deutschland schon doppelt so viel Ladeleistung installiert wie nach europäischen Vorgaben gefordert“, heißt es beim BDEW.

Belegung liegt nie über 20 Prozent

Die „komfortable Ausstattung mit öffentlichen Lademöglichkeiten“ zeige sich bei der Belegung des Ladeangebots. Je nach Landkreis liegt die Belegung der Säulen nur zwischen 3 und maximal 25 Prozent pro Tag. Im Durchschnitt seien die öffentlichen Ladepunkte zu 11,6 Prozent der Zeit belegt. Selbst tagsüber - zwischen 9 und 20 Uhr - habe die durchschnittliche Belegung nie über 20 Prozent gelegen.

Dies zeige, dass mehr als genug Ladesäulen bereitstehen, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. In der Regel seien 80 Prozent der Ladepunkte frei verfügbar. Die niedrige Belegung sei auch Beweis dafür, dass das ursprüngliche Ziel von 1 Million Ladepunkte technisch veraltet ist, da es den technologischen Sprung bei der Ladeleistung nicht einrechnet. Seit 2019 habe sich die Ladeleistung bei Fahrzeugen und Ladesäulen verdreifacht; es könnten deutlich mehr Fahrzeuge je Ladesäule versorgt werden.

„Um es klar zu sagen: Die Ladebranche liefert“, so Andreae. Das müsse auch die Politik anerkennen. „Um das Ziel von 15 Millionen E-Pkw zu erreichen, braucht es jetzt eine 15 Millionen-E-Auto-Strategie, die gezielt auf die Fahrzeugseite ausgerichtet sein sollte“, so Andreae. Schließlich bewerten die Nutzerinnen und Nutzer laut einer BDEW-Umfrage vor allem die hohen Fahrzeug-Preise und die langen Lieferzeiten von E-Fahrzeugen als schwierig. Neben dem starken Angebot an Lademöglichkeiten müssten daher E-Autos finanziell attraktiver werden und in einem Massenmarkt zur Verfügung stehen. (wa)

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