Eon und BMW bieten ab 2026 ein gemeinsames Produkt zum bidirektionalen Laden.

Eon und BMW bieten ab 2026 ein gemeinsames Produkt zum bidirektionalen Laden.

Bild: © Eon/BMW

Von Jürgen Walk

"Bei diesem Angebot können die Kunden nur gewinnen": Mit markigen Worten kündigen BMW und Eon auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) das erste gemeinsame Angebot eines Energiekonzerns und eines Autoherstellers zum bidirektionalen Laden in Deutschland an. Starten soll es, sobald das neue BMW-Modell iX3 auf dem Markt ist – nach den Plänen des Münchner Autobauers soll das im Frühjahr 2026 der Fall sein.

Mit dem BMW iX3, der auf der IAA gezeigt wird, wird Elektromobilität erstmals aktiv in das Energiesystem integriert. Das Fahrzeug kann nicht nur Strom aufnehmen, sondern diesen bei Bedarf auch ins Netz zurückspeisen.

Software verspricht Transparenz und einfache Handhabung

Kernbestandteil des neuen Angebots ist die BMW-Wallbox "Professional", die die Hochvoltbatterie des BMW iX3 flexibel an das Stromnetz anbindet. In Kombination mit einem speziell entwickelten V2G-Stromtarif von Eon ermöglicht dies sowohl das Laden als auch das Rückspeisen von Energie ins Stromnetz. Eine gemeinsam entwickelte Software sorgt nach Angaben der beiden Unternehmen für eine einfache Handhabung und maximale Transparenz.

Für die Kunden, so werben Eon und BMW, bedeutet dies spürbare finanzielle Vorteile: Sie erhalten einen jährlichen Bonus von bis zu 720 Euro, was den Betrieb des Fahrzeugs für etwa 14.000 Kilometer kostenfrei macht. "Wir verbinden Ladekomfort mit wirtschaftlichem Nutzen. Jedes angeschlossene Fahrzeug kann dabei helfen, die Kosten des Energiesystems zu senken", betont Marc Spieker, Vorstand für Kundenlösungen bei Eon.

Wirtschaftlichkeit ohne Kompromisse bei der Batterielebensdauer

Ein zentrales Anliegen der Entwickler war dabei der Schutz der Batterielebensdauer. Intelligente Steuerungsalgorithmen sollen dafür sorgen, dass Ladezyklen optimiert und die Batterie stets im optimalen Bereich betrieben wird. Zusätzlich behalten die Nutzer die volle Kontrolle über den Ladezustand ihres Fahrzeugs.

Durch die Integration in das Stromnetz wird das Fahrzeug damit Teil eines virtuellen Speichersystems. Dieses kann erneuerbare Energien effizienter nutzen, Netzschwankungen ausgleichen und so zur Netzstabilität beitragen. "Vehicle-to-Grid reduziert nicht nur die Energiekosten unserer Kunden, sondern unterstützt auch die stabile Energieversorgung", erklärt Joachim Post, Vorstand für Entwicklung bei BMW.

Das V2G-Angebot startet zunächst mit dem BMW iX3. Es soll aber sukzessive auf weitere Modelle ausgeweitet werden. Langfristig ist eine Integration in ein umfassendes Energie-Ökosystem geplant, das Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Smart-Home-Technologien intelligent vernetzt.

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