Für sehbehinderte Menschen können wild abgestellte Scooter zur Stolperfalle werden.

Für sehbehinderte Menschen können wild abgestellte Scooter zur Stolperfalle werden.

Bild: © Heiko Küverling/Adobe Stock

Vier von fünf Befragten wünschen sich eine Veränderung im Umgang mit E-Scootern. Das zeigt eine Studie der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) in Zusammenarbeit mit dem Bürger*innenbeirat Berlin-Tourismus. Die Umfrage begann im Juni 2023 mit Interviews von 373 Personen. Im Juli und August wurde sie digital mit 8245 Teilnehmenden fortgesetzt.

Das unkontrollierte Abstellen auf Geh- und Radwegen sowie die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmenden durch die Nutzer von E-Scootern wurden als größte Ärgernisse identifiziert. Vorrangig fordern die Befragten die Installation oder Ausweitung fester Abstellflächen.

Studienleiterin diagnostiziert eine Informationslücke

40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie schon einmal einen Sharing E-Scooter genutzt haben. Davon nutzen drei Viertel diese mindestens ein bis zweimal pro Monat. Überwiegend werden Scooter für mittlere Distanzen von 1 bis 3 km als Alternative zum Laufen oder als Zubringer zum öffentlichen Nahverkehr verwendet. Nur selten dienen sie als Ersatz für das eigene Auto. Besonders auffällig ist, dass rund 80 Prozent der Altersgruppe der 18-20jährigen die E-Scooter nutzen.

Mehr als 7000 Teilnehmende nutzten die Möglichkeit, eigene Verbesserungsvorschläge einzubringen. Dabei ist laut Studienleiterin Nicole Häusler besonders bemerkenswert ist, dass viele der Vorschläge bereits umgesetzt oder in Planung sind. Dies weise auf eine Informationslücke zum Thema hin. Die Debatte sei stark emotionalisiert und offenbare erhebliche Wissensunterschiede in der Bevölkerung bezüglich der Regeln und des aktuellen Standes der E-Scooter-Nutzung.

Dringend zu empfehlen sei eine Informationskampagne, koordiniert zwischen sämtlichen E-Scooter-Anbietern, der Senatsverwaltung und dem Bürger*innenbeirat. Sie solle darauf abzielen, einerseits für eine verantwortungsvolle Nutzung zu werben und andererseits sachliche Informationen in die Diskussion einzubringen, heißt es bei der HNEE. (wa)

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