Christoph Ploß (MdB CDU-Fraktion) und Oliver Luksic (MdB FDP-Fraktion) diskutieren über die Potenziale und Herausforderungen von E-Fuels (v.l.n.r.).

Christoph Ploß (MdB CDU-Fraktion) und Oliver Luksic (MdB FDP-Fraktion) diskutieren über die Potenziale und Herausforderungen von E-Fuels (v.l.n.r.).

Bild: © Forum für Zukunftsenergien e.V.

Hendrik Haßheider beurteilte den derzeitigen Stand der E-Fuels: "Die Technologie ist noch nicht so weit, dass man ein konkretes Ziel beziehungsweise einen Weg definieren könnte. Aber wir können die Strategie mitgestalten und besitzen die notwendigen Spielräume."

Der Referatsleiter für alternative Kraftstoffe und Antriebe im Bundesverkehrsministerium ergänzte auf der Veranstaltung "E-Fuels für die Verkehrswende – wie kann das Potenzial genutzt werden?", dass die Technologie notwendig sei, weil sie langfristig als Speichermedium für regenerativ erzeugte Energien diene.

Doppelt so teuer wie Diesel

Auf dem Arbeitskreis des Forums für Zukunftsenergien wurde deutlich, dass E-Fuels noch viele Baustellen haben. Zum einen sei die Technologie komplex, Forschungsfragen seien offen und die Hochskalierung notwendig. "Bisher wurde nur in Labor-Maßstäben experimentiert", so der Referatsleiter.

Zum anderen kämen noch die Kraftstoffkosten dazu, die je nach E-Fuel "optimistisch" kalkuliert ungefähr doppelt so hoch wären wie Diesel. Trotz der Kostendegression würde der Preis nach momentanen Berechnungen nicht den fossilen Kraftstoffen gleichkommen. Schließlich sei der Energiebedarf der neuen Kraftstoffe so groß, dass langfristig Importe notwendig seien, schloss Haßheider ab.

Gesamtes System betrachten

Hinsichtlich der Kosten zeigte David Bothe vom Beratungsunternehmen Frontier Economics eine andere Perspektive auf: "Wir dürfen nicht nur einen einzelnen Energieträger betrachten, sondern die Gesamtkosten wie Infrastrukturkosten oder Speichermöglichkeiten, die im System entstehen." Die neuen Kraftstoffe würden zwar physikalische Verluste mit sich bringen, aber sich volkswirtschaftlich lohnen. "So könnten E-Fuels bis zu 600 Mrd. Euro günstiger sein, als wenn primär auf Elektrifizierung gesetzt würde."

Wohingegen der Bundestagsabgeordnete Jörg Cezanne (Die Linke) auf die drängende Zeit hinwies, um die Maßnahmen umzusetzen und den Klimaschutz voranzutreiben: "Nicht die Sektorenkopplung ist aktuell der entscheidende Weg. Es braucht bis 2030 eine Trendwende im Verkehrssektor." Batterieelektrische Antriebe für den Pkw seien hierbei der "sinnvollste und einfachste Weg". Christoph Ploß (MdB), im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, merkte jedoch an: "Am Ende schaffen wir einen fossilfreien Verkehr nicht nur mit E-Mobilität."

Internationale Kooperationen möglich

Während manche Denkschulen die E-Mobilität als die energieeffizienteste Form betrachten, sagte der CDU-Abgeordnete bezüglich E-Fuels: "Wir wissen heute gar nicht, was in den nächsten zehn bis 20 Jahren der gefragteste Energieträger sein wird oder wie diese Technologie sich durch die Forschung weiterentwickeln wird." Deshalb plädierte er für eine technologieoffene Herangehensweise, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Wiederum kritisierte Oliver Luksic, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dass eben dieser technologieoffene Rahmen nicht gegeben sei. 

Ploß griff zudem die Kritik auf, dass Deutschland die notwendige regenerative Energie für die Masse an E-Fuels nicht aufbringen könnte: "Deutschland ist nicht völlig losgelöst. Gerade die Staaten, die viel Öl fördern, wissen, dass sie davon weg müssen. Vorteil ist: Diese haben viel Potenzial durch den Ausbau der Sonnen- und Windenergie. Wir hingegen haben das technische Fachwissen beispielsweise bei den Elektrolyseuren und dem Anlagenbau – eine Win-Win-Situation für beide, wenn wir kooperieren." Außerdem müssten die Rahmenbedingungen, wie die Bundesemissionsschutzverordnung, geändert werden: Denn derzeit sei es nicht erlaubt, 100-prozentige E-Fuels an Tankstellen zu verkaufen. (ab)

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