Nur mit verfügbaren, preiswerten und nachhaltig gewonnen Rohstoffen können Technologien wie die Elektromobilität erfolgreich werden und Akzeptanz finden. Davon geht die Landesagentur e-mobil BW aus und hat daher eine Studie zum Rohstoffbedarf von batterieelektrischen Fahrzeugen und solchen mit Brennstoffzellenantrieb gestartet. „Es ist uns ein Anliegen, mit dieser Studie wichtige Informationen und Fakten zur Verfügung zu stellen, um die Rohstoffproblematik umfassend zu beleuchten und vor allem Lösungsstrategien aufzuzeigen“, sagt Franz Loogen, Geschäftsführer der e-mobil BW.
Die Studie hat ergeben, dass die Elemente Lithium, Kobalt, Platin, Nickel, die Seltenerdmetalle und Kupfer aufgrund ihrer Bedeutung für Elektrofahrzeuge sowie ihrer begrenzten Verfüg- und Substituierbarkeit als kritisch einzustufen sind. Im Fokus der Untersuchung stehen Versorgungsstrukturen in den Herkunftsländern, Ausbau von Förderkapazitäten, Versorgungsabhängigkeiten, Treibhausgasemissionen und Preisentwicklungen ebenso wie die Betrachtung ökologischer, sozialer und ethischer Aspekte der Rohstoffgewinnung.
Jede Technologie hat ihre kritische Seite
Während der Einsatz von Seltenerdmetallen und Kupfer für Batterie-(BEV) und Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) wichtig ist, nehmen für die Fahrzeugbatterien insbesondere Lithium, Kobalt und Nickel eine Schlüsselrolle ein. Die Kostenbeiträge der Rohstoffe für ein BEV werden auf rund 2700 US-Dollar geschätzt, die Kostenbeiträge für ein FCEV mit etwa 1250 US-Dollar beziffert. Beim FCEV kommen zwar weniger seltene Rohstoffe zum Einsatz, aber der Abbau des notwendigen Platins ist mit relativ hohen Emissionen verbunden.
Den Autoren der Studie sei es aber wichtig zu betonen, dass die vergleichende Analyse nicht darauf abzielt, die beiden Technologien als konkurrierend darzustellen. Denn aufgrund unterschiedlicher technologischer Charakteristik und unterschiedlicher Zielsektoren werden BEV und FCEV nebeneinander existieren.
Recycling spielt wichtige Rolle
Auf Basis der Ergebnisse leitet die Studie Handlungsempfehlungen ab. Dazu gehören etwa eine stärkere Kooperation von Industrie- und Recycling-Unternehmen oder Maßnahmen, die dazu beitragen, die Stoffkreisläufe zu schließen und die Transparenz der Lieferkette zu erhöhen. (wa)



