Der weltweite Markt für Elektrofahrzeuge boomt. Der Umsatz hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, der Marktanteil erreicht rund acht Prozent. Diese positive Dynamik wird sich voraussichtlich fortsetzen, heißt es in einer Studie des Kreditversicherers Allianz Trade. Mittlerweile sei die Elektromobilität für einen erheblichen Teil der Investitionen in die Energiewende verantwortlich.
2021 sind laut Studie die weltweiten Ausgaben für Elektromobilität, also Fahrzeuge und Ladegeräte, um mehr als 75 Prozent gestiegen. Während sie in den Jahren zuvor nur einen kleinen Teil der weltweiten Investitionen in die Energiewende ausmachten, lag ihr Anteil im vergangenen Jahr bei über 36 Prozent. Deutschland sei dabei Vorreiter. Hier lagen, wie auch in Großbritannien, die Investitionen in die Elektrifizierung des Verkehrs bei über 50 Prozent der gesamten Investitionen in die Energiewende.
Politik bleibt in der Verantwortung
Die öffentliche Politik bleibe bis zum Erreichen einer kritischen Größe des Marktes in der Verantwortung, um die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur und die Akzeptanz durch die Verbraucher zu beschleunigen. Der Blick der Konsumenten auf das Thema Elektromobilität habe sich sowohl in Hinblick auf die Reichweite der Batterien sowie auf die Kosten seit 2019 verbessert. Die Situation bei den Ladestationen betrachten sie allerdings weiterhin sehr kritisch, sagt die Studie. Hier sei eine wichtige Stellschraube, um Wachstumspotenziale zu heben.
Entscheidend sei nun auch, die Weichen zu stellen, um eine Versorgungslücke bei Lithiumkarbonat zu schließen. Sonst werde das Wachstum in diesem Sektor stark ausgebremst. Unternehmen sollten frühzeitig in produktionssteigernde Technologien als auch in die Förderung investieren, heißt es beim Kreditversicherer.
Weitere Milliarden für Ladesäulen nötig
Insgesamt reichen die Investitionen in Ladeinfrastruktur laut Studie in Europa nicht aus. Zwar würden etwa 13,4 Mrd. Euro pro Jahr für die Ladeinfrastruktur in der EU-27 aufgewendet. Dies sei aber zu wenig, um die Bestrebungen der EU zu erfüllen, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Bis 2030 werden laut Studie zusätzliche 4 Mrd. Euro pro Jahr benötigt. (wa)



