Geht es nach dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, rollen bald zahlreiche Nutzfahrzeuge auf Wasserstoffbasis durchs Land. (Symbolbild)

Geht es nach dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, rollen bald zahlreiche Nutzfahrzeuge auf Wasserstoffbasis durchs Land. (Symbolbild)

Bild: © AA+W/AdobeStock

Emissionsfreie Lastwagen werden künftig von schnell sinkenden Kosten für Batterien und Brennstoffzellen profitieren. Das zumindest behauptet eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI. Darin haben die Forschenden die Kosten für Schlüsselkomponenten aus über 200 Quellen untersucht.

Diese schnell sinkenden Kosten ermöglichen laut Studie eine schnelle Marktdiffusion. Dies trage dazu bei, dass nationale und internationaler Klimaziele erreichbar seien. Aus Sicht der Studienautoren sind dabei batterie-elektrische Lkw in vielen Anwendungsfällen die kosteneffizienteste Technologie.

Frage der Priorisierung

Die Reduktion der Treibhausgasemissionen im Straßengüterverkehr erfordert einen schnellen Übergang zu emissionsfreien Lastwagen. Unsicherheiten, wie schnell oder mit welcher Technologie der Übergang stattfinden wird, sollten aber weder Maßnahmen noch Investitionsentscheidungen in neue Technologien verzögern. Dies führe zur Frage der Priorisierung.

In der Fraunhofer-Studie wurden unterschiedliche Kostenentwicklungen herangezogen und im Hinblick auf Robustheit, zeitliche Stabilität und Ambitionsniveau diskutiert. Zuletzt wurden ermittelte Kostenentwicklungen mit Zielkosten für den technologischen Durchbruch gemäß anderer Studien verglichen. Schließlich wurden sie in eine Gesamtkostenrechnung (TCO) eingebettet, um die Kosten von batterie-elektrischen Lkw und Brennstoffzellen-Lkw gegenüber Diesel-Lkw für die Jahre 2020, 2030 und 2040 zu vergleichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Kosten für Batterie- und Brennstoffzellensysteme für schwere Lkw deutlich schneller sinken werden, als in älteren Studien erwartet. So prognostiziert die Studie, dass Batteriesystemkosten bald unter 200 EUR/kWh fallen werden. In den späten 2040er Jahren könnten sie sogar auf 100 EUR/kWh sinken.

Größere Unsicherheit bei Brennstoffzellen

Ebenso werden laut der Studie die Kosten für Brennstoffzellensysteme in den späten 2030er Jahren vermutlich deutlich – auf rund 150 EUR/kW – sinken. Hierbei seien die Prognosen aber aufgrund der geringeren kommerziellen Reife und Zweifeln hinsichtlich der Realisierbarkeit von Zielkosten mit größerer Unsicherheit behaftet.

Laut Studie stellen batterie-elektrische Lkw mit hoher Sicherheit die Technologie dar, um in absehbarer Zeit mindestens das Kostenniveau von heutigen Diesel-Lkw zu erreichen. Gleichzeitig benötigen sie dafür auch weniger finanzielle Unterstützung als Brennstoffzellen-Lkw, die vermutlich gegen Wasserstoffknappheit und hohe Preise anzukämpfen haben.

Neben dem Kostenaspekt profitieren batterie-elektrische Lkw auch von einer schnelleren, großskaligen Verfügbarkeit der Technologie am Markt. Darüber hinaus zeigen weitere Studien, dass batterie-elektrische Lkw auch technisch – in Bezug auf erforderliche Reichweiten oder die Nutzlast – für die meisten Anwendungsfälle in der Logistik bereits heute geeignet sind.

Auch Wasserstoff-Lkw haben ihr Einsatzspektrum

Brennstoffzellen-Lkw könnten sich nach Angaben der Fraunhofer-Forschenden als ergänzende Technologie für schwer elektrifizierbare Bereiche oder Spezialtransporte erweisen. Dies gelte insbesondere dann, wenn Wasserstoff für andere Sektoren in großem Umfang zur Verfügung steht. Daher erscheine eine öffentliche Förderung von Brennstoffzellen-Lkw für Forschung und Entwicklung sowie Erprobungen weiterhin angebracht. (wa)

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