Von Jürgen Walk
Mit der Inbetriebnahme des 1000. öffentlichen Ladepunkts erreicht Hannover einen Meilenstein beim Ausbau der Elektromobilität. Die Ladesäulen sind Teil der Konzessionsvereinbarung zwischen Enercity und der Stadt, die seit 2018 den Aufbau der Ladeinfrastruktur ermöglicht. Bis heute wurden 888 Wechselstrom-Ladepunkte und 112 Gleichstrom-Schnellladepunkte installiert. Bis Ende 2026 soll die Zahl auf rund 1300 Ladepunkte steigen.
Die strategische Ausrichtung geht aber über den reinen Ausbau hinaus. "Jetzt geht es darum, intelligente Produkte wie dynamische Ladetarife weiterzuentwickeln", erklärt die Enercity-Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany. Solche Tarife sollen netzdienliches Laden fördern und die Integration erneuerbarer Energien erleichtern. Damit rückt die Verzahnung von Mobilität und Energiesystemen stärker in den Fokus.
Dichtes Netz öffentlicher Ladesäulen
Hannover sieht sich im bundesweiten Ladeinfrastruktur-Vergleich auf der Spitzenposition: Aktuell kommen dort 8,6 Elektrofahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt. Stuttgart erreiche mit 9,5 einen ähnlichen Wert, während Berlin bei 12,2 und Hamburg bei 16,9 liegen. Der Bundesdurchschnitt beträgt mehr als 16,7 Fahrzeuge pro Ladepunkt.
Für die Verkehrswende ist diese Infrastruktur entscheidend, wie Oberbürgermeister Belit Onay betont: "Die Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein der Verkehrswende, für die wir in Hannover schon seit vielen Jahren erfolgreich arbeiten."
Technologisch hat sich die Ladeinfrastruktur in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. Moderne Schnelllader ermöglichen Ladeleistungen von bis zu 400 Kilowatt. Damit lässt sich ein Akku in rund 20 Minuten auf 80 bis 90 Prozent bringen. Parallel wurden die Zahlungsprozesse vereinfacht: Neben klassischen Ladekarten sind kontaktlose Zahlungen per Giro- oder Kreditkarte sowie über Apple Pay und Google Pay möglich.
Auch über Hannover hinaus ist Enercity aktiv. Das Unternehmen hat 1500 öffentliche Ladepunkte in 44 Kommunen realisiert, darunter Hamburg, Münster und Recklinghausen. Zudem beteiligt sich Enercity am Deutschlandnetz und übernimmt den Betrieb von 482 Schnellladepunkten an Autobahnen.



