Im Vorfeld des Gesprächs am 19. Februar im Bundeswirtschaftsministerium zeigte sich Eckehart Rotter, Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA), gegenüber der ZfK zuversichtlich, dass eine Einigung zur Spitzenglättung gefunden werden kann. "Es gibt keinen wirklichen Dissens", sagte er.
Vor allem auf Druck des VDA hatte Altmaier Mitte Januar überraschend den Entwurf für ein Steuerbare-Verbrauchseinrichtungen-Gesetz (SteuVerG) zurückgezogen. Es sah vor, dass Verteilnetzbetreiber bei drohender Überlastung des Stromnetzes die Leistungsaufnahme sogenannter flexibler Verbraucher wie Ladestationen und Batterien für Elektroautos oder Wärmepumpen ferngesteuert begrenzen dürfen.
Rotter: "Ich sehe viele Gemeinsamkeiten"
Der VDA sah hierin einen einseitigen Vorschlag zu Gunsten der Energiewirtschaft und durch das "Abschalten" eine massive Gefährdung des Markthochlaufs der Elektromobilität. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßten dagegen die Regelung und sahen darin einen ausgewogenen Vorschlag. Auch sei die Teilnahme ja aufgrund einer vorgesehenen Opt-Out-Option freiwillig.
"Ich sehe viele Gemeinsamkeiten", erklärte Rotter im Gespräch mit der ZfK. Denn gemeinsames Anliegen der Automobilwirtschaft und von Netzbetreibern sei es, im Sinne des Klimaschutzes den Markthochlauf der Elektromobilität zu fördern und gleichzeitig Lastspitzen im Stromnetz zu verhindern und so auch unnötige Kosten des Netzausbaus zu minimieren.
Mit "intelligenten Lösungen" Spitzenlasten im Netz vermeiden
"Wir sehen auch die Belange der anderen Branchen", unterstrich Rotter. Es müsse darum gehen, mit "intelligenten Lösungen“ Spitzenlasten im Stromnetz zu vermeiden bzw. abzumildern. Ein geeignetes Instrument hierfür seien preisliche Anreize über flexible Stromtarife für zeitversetztes Laden. E-Autofahrer müssten jedoch mitgenommen und nicht abgeschreckt werden.
Ziel des Termins am Freitag müsse eine Einigung für die Spitzenglättung mit Opt-Out-Option sein, sodass das SteuVerG noch vor der Sommerpause kommen könne. "Wir Netzbetreiber stehen für den Dialog bereit", erklärte Florian Bieberbach, Chef der Stadtwerke München, in einer Presseerklärung.
Bieberbach: Konstruktive Kooperation mit der Automobilindustrie wünschenswert
Nur mit der Spitzenglättung gelinge die schnelle, günstige, gerechte und sichere Integration der Elektromobilität und Wärmepumpen, so Bieberbach. Eine enge konstruktive Kooperation mit der Automobilindustrie sei hierbei im Sinne der Kunden wünschenswert. (hcn)
