Europäische Hersteller von Elektroautos konzentrieren sich aufs Premium-Segment – und lassen den Massenmarkt liegen.

Europäische Hersteller von Elektroautos konzentrieren sich aufs Premium-Segment – und lassen den Massenmarkt liegen.

Bild: © Wellnhofer Desgins/Adobe Stock

Weltweit wurden im Jahr 2023 14,8 Millionen Fahrzeuge mit Elektromotor neu zugelassen. China liegt mit über 9 Millionen deutlich vorne, die USA haben sich Platz 2 vor Deutschland gesichert. Hierzulande ist der Markt derzeit rückläufig, aber deutsche Autohersteller liegen international gut im Rennen. Das zeigen Zahlen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

In Deutschland betrug die Zahl der Neuzulassungen im vergangenen Jahr fast 700.000 Elektro-Pkw. Damit sind nun gut 2,3 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs. Für das von der Bundesregierung angestrebte Ziel von 15 Millionen Elektrofahrzeugen 2030 reicht das aber nicht. Dafür müssten die jährlichen Neuzulassungen auf das Doppelte bis Dreifache des bisherigen Niveaus ansteigen, heißt es beim ZSW.

Norwegen fährt elektrisch

Der weltweite Bestand an Elektroautos beläuft sich auf knapp 42 Millionen Fahrzeuge. Mehr als die Hälfte davon sind in China zugelassen. Die USA liegen mit 4,8 Millionen Elektro-Pkw auf Platz 2 vor Deutschland auf Platz 3. Als Elektroautos gelten bei dieser Zählung batterieelektrische Fahrzeuge und Hybride.

Den höchsten Anteil am Gesamtfahrzeugmarkt erreichen Elektroautos weiterhin in Norwegen: Vier von fünf Neufahrzeugen sind hier elektrisch angetrieben.

In Deutschland verliert die Dynamik aber deutlich an Fahrt: Nach einer Steigerung von 22 Prozent 2022 gingen die Neuzulassungen im vergangenen Jahr sogar um 16 Prozent zurück. Zum einen sind die Verkaufszahlen von Plug-in-Hybriden aufgrund der ausgelaufenen staatlichen Förderung stark gesunken. Dieser Rückgang konnte jedoch auch durch ein elfprozentiges Wachstum der rein batterieelektrisch angetriebenen Pkw nicht vollständig kompensiert werden.

Kritik an hohen Anschaffungskosten

Die höheren Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge bleiben weiterhin ein häufig genannter Kritikpunkt. Auch die relativ schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hat laut ZSW vermutlich dämpfend auf die Entwicklung der Elektromobilität gewirkt; ebenso wie sinkende fossile Kraftstoffpreise nach der Hochpreisphase im Jahr 2022.

Trotz der Schwäche des deutschen Heimatmarkts seien die deutschen Hersteller auf internationaler Ebene erfolgreich: VW, BMW und Mercedes finden sich alle drei in den Top 10 der Hersteller, VW rückt bei den Neuzulassungen mit etwas über 1 Million verkaufter Pkw insgesamt sogar auf Platz 3 vor. Verglichen mit den Branchenführern BYD (China) und Tesla (USA) besteht jedoch noch eine große Lücke:  BYD hat mit über 3 Millionen verkauften Elektro-Pkw die Anzahl seiner Neuzulassungen im Vergleich zum letzten Jahr um 68 Prozent gesteigert. Tesla wiederum kann Platz 2 mit 1,8 Millionen Verkäufen weiter behaupten.

Das weltweit erfolgreichste Modell war im letzten Jahr erneut mit großem Abstand das Model Y von Tesla, das über 1,2 Millionen Mal verkauft wurde. Mit dem Model 3 auf Platz 3 verfügt Tesla über ein weiteres erfolgreiches Modell. Die übrigen Elektroautos in den TOP 10 weltweit kommen allesamt aus China von den Herstellern BYD, GAC Group sowie SAIC, die verstärkt breitere Fahrzeugpaletten abdecken. (wa)

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