Schwere Lastwagen stoßen überaschenderweise weniger Stickoxide aus als ein Dieselauto: im Schnitt etwa 200 Milligramm Stickoxide pro Kilometer, während Dieselautos mit Euro-6-Norm aber rund 500 Milligramm emittieren.

Schwere Lastwagen stoßen überaschenderweise weniger Stickoxide aus als ein Dieselauto: im Schnitt etwa 200 Milligramm Stickoxide pro Kilometer, während Dieselautos mit Euro-6-Norm aber rund 500 Milligramm emittieren.

Bild: © Rainer Sturm/pixelio.de

Auch bei Nutzfahrzeugen schreitet die Elektrifizierung voran. Eine Hürde für den breiteren Einsatz bleibt aber, wenn die Fahrzeuge größere Reichweiten zurücklegen müssen, ohne dass Zeit fürs Nachladen bleibt. Das kann den internationalen Spediteur betreffen, aber auch das Verkehrsunternehmen, dessen Busse über Land fahren. Gleich zwei Ansätze widmen sich diesem Thema: Laden mit Megawatt-Leistung oder der Tausch von Batterien.

Ein branchenübergreifendes Konsortium unter Schirmherrschaft des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) hat gerade einen Förderantrag eingereicht. Ziel des Projekts „Hochleistungsladen im LKW-Fernverkehr“ (HoLa) sind Planung, Errichtung und Betrieb einer ausgewählten Hochleistungs-Ladeinfrastruktur für große Nutzfahrzeuge. Getestet werden soll das an der Autobahn A2 zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet.

Vier Standorte im Blick

Konkret sollen an vier Standorten je zwei Hochleistungsladepunkte aufgebaut werden. Sie werden mit dem sogenannten Megawatt Charging System (MCS) ausgestattet. In einer ersten Phase werden Standorte zunächst mit CCS-Ladepunkten geplant und errichtet. In der zweiten Phase wird dann das MCS-System installiert und betrieben. Dadurch wird das Megawattladen für den Schwerlastfernverkehr ermöglicht.

Das Konsortium umfasst 16 Partner aus Industrie und Forschung. Dabei übernehmen das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI die Konsortialführung und, als Konsortialpartner, die Technologieberatung P3 Automotive GmbH die Projektleitung. Weitere Konsortialpartner sind EnBW als Betreiber der Ladestandorte sowie die Ladeinfrastrukturlieferanten ABB, Heliox und Siemens.

Batterie wechseln statt laden

Ein weiteres Konsortium aus Forschungsinstitutionen aber auch Partnern aus den Bereichen Logistik, Systemtechnik, Software, Automobiltechnik und Energie ist beim Projekt eHaul aktiv. Ziel ist die Realisierung einer automatisierten Batteriewechselstation für schwere elektrische Nutzfahrzeuge. Finanziert wird die Forschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie aus Eigenmitteln der Institutionen und Unternehmen.

Im Rahmen des neuen Projekts, das über drei Jahre bis Ende September 2023 läuft, gibt das Konsortium zwei elektrifizierte Lastwagen in Auftrag. Diese werden anschließend von zwei Logistikunternehmen im Regelbetrieb genutzt. Zusätzlich wird eine Batteriewechselstation im Süden Berlins aufgebaut, die über ein Jahr lang im Rahmen eines realen Lieferbetriebs angefahren werden kann.

Ein Roboter übernimmt die Arbeit

Ziel ist ein vollautomatisierter Batteriewechsel. Nach der Ankunft in der Station wird die entleerte Batterie von einem eigens entwickelten Wechselroboter aus dem Fahrzeug entnommen und gegen eine vollgeladene Batterie getauscht. Dies geschieht in wenigen Minuten, zeitraubende Ladepausen entfallen.

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