Der Standort einer E-Ladesäule entscheidet darüber, wie häufig die Ladeinfrastruktur genutzt wird. Die Auslastung ist höher, wenn die Ladesäule an einem – auch für Zwischenladungen – attraktiven Ort platziert ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Öko-Instituts zu zwei Elektromobilitätsprojekten des Energieversorgers Entega in Darmstadt.
Fußläufig muss es sein
Die Studie zeigt, dass die Existenz möglichst mehrerer für das Zwischenladen geeigneter Wegeziele in Fußentfernung die Nutzung von Ladepunkten signifikant erhöht: Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, eine ÖPNV-Haltestelle, Bildungseinrichtungen, der Arbeitsplatz oder die Gemeindeverwaltung. J
Jedes einzelne Standortmerkmal hat eine leicht positive Wirkung auf die Nutzungsintensität der Ladestandorte. Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen steigern die Nutzungshäufigkeit eines Ladestandorts um 27 Prozent und damit am stärksten. Es folgt die Existenz eines Bahnhofs mit 20 Prozent. Ladestandorte mit reiner Wohnbebauung im Umfeld werden hingegen tendenziell weniger genutzt. Dieser Effekt tritt auch kumuliert auf: Wenn vier Standortmerkmale existieren, ist die Nutzung im Mittel deutlich höher als bei zwei oder drei Merkmalen.
Zwischenladen kann entscheidend sein
„Ein flächendeckendes Netz an öffentlichen Ladesäulen fördert die Umstellung von Fahrzeugen mit konventionellen Antrieben auf Elektrofahrzeugen“, sagt Philipp Schlögl aus dem Entega-Regionalmanagement. „Auch wenn der große Teil des Ladens zuhause stattfindet, kann das Zwischenladen beim Einkaufen, am Arbeitsplatz oder am Bahnhof entscheidend sein.“
Die öffentlichen Ladestationen bieten insgesamt noch deutliche Kapazitäten für mehr Nutzung. Die Auslastung stieg jedoch über den Betrachtungszeitraum massiv an: Die geladene Strommenge war im zweiten Quartal 2019 bereits mehr als doppelt so hoch wie im dritten Quartal 2018. Hoch ausgelastete Ladepunkte seien nicht nur in den Städten, sondern auch in ländlichen Kommunen zu finden, heißt es in der Studie. (wa)



