Bundeskanzlerin Angela Merkel wirft bei ihrem Eröffnungsrundgang auf der IAA mit Bernhard Mattes (l.), Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), und BMW-Vorstandschef Oliver Zipse am Stand von BMW einen Blick in den BMW iNext.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wirft bei ihrem Eröffnungsrundgang auf der IAA mit Bernhard Mattes (l.), Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), und BMW-Vorstandschef Oliver Zipse am Stand von BMW einen Blick in den BMW iNext.

Bild: © Uwe Anspach/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zur Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung IAA für einen schnellen Ausbau der Infrastruktur ausgesprochen. Der Umbruch in der Mobilität sei eine "Herkulesaufgabe" für Staat und Industrie gleichermaßen, bei der eng zusammengearbeitet werden müsse, sagte sie am Donnerstag in Frankfurt. Die Verlässlichkeit der Ladeinfrastruktur sei für den Erfolg der Elektromobilität von größter Bedeutung. 20.000 Ladepunkte seien noch lange nicht ausreichend.

"Wir können das schaffen als Deutschland vorne mit dabei zu sein", sagte Merkel. Die Kanzlerin kündigte an, dass bis 2022 entlang aller Autobahnen der neue Mobilfunkstandard 5G zur Verfügung stehen werde, und zwei Jahre später auch entlang der Bundesstraßen. Die Technologie ist wichtig für neue digitale Funktionen in den Autos.

Bouffier: "Pseudoreligiöse Heilsgewissheiten"

Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, wandte sich gegen eine Verschärfung der bereits geltenden Klimaziele. Zunächst müsse das erledigt werden, was vereinbart worden sei. Während die Industrie Technologien zur Verfügung stelle, halte die notwendige Infrastruktur für alternative Antriebe nicht mit. Mattes nannte den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Lade-Infrastruktur und den Netzausbau als Beispiele.

"Pseudoreligiöse Heilsgewissheiten" brächten die Diskussion um Mobilität nicht weiter, meinte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Er betonte die Weiterentwicklung der IAA, die zu einem Ort geworden sei, an dem über verschiedene Mobilitätskonzepte gesprochen werden könne. Es komme auf den Ausgleich der Interessen an. "In der Fläche wird individuelle Mobilität ohne Auto nach meiner Auffassung eine Illusion bleiben."

Wachsende Kritik von Klimaschützern

Inmitten wachsender Konjunktursorgen bei Herstellern und Zulieferern steht die Internationale Automobilausstellung zunehmend in der Kritik. Klimaschützer werfen der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und weiter auf klimaschädliche Stadtgeländewagen (SUV) zu setzen. Am Ausstellungsstand von Volkswagen kletterten am Donnerstag zwei Aktivistinnen auf Autos und hielten Plakate mit der Aufschrift "Klimakiller" hoch. Während Merkel den BMW-Stand besuchte, wurde zudem ein herannahender Protestler vom Sicherheitsdienst abgefangen und abgeführt. Für das Wochenende sind große Demonstrationen angekündigt. (dpa/hil)

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