Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Oliver Wittke

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Oliver Wittke

Bild: © BMWi

Der Startschuss für das "Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020" des Bundesministeriums für Wirtschaft ist gefallen: 15 Projekte wurden unter 44 Bewerbern ausgewählt, um den E-Mobilitätsausbau in Deutschland voranzubringen.

"Wir wollen dafür sorgen, dass die Ladeinfrastruktur in Deutschland flächendeckend ausgebaut wird", erklärt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Oliver Wittke. Fehlende Ladeinfrastruktur dürfe keine Ausrede für die Hersteller mehr sein.

Fördermittel für Ausbau des Ladenetzes

An den 15 Projekten, die den Förderzuschuss bekommen, sind 78 Projektpartner aus Kommunen, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft beteiligt. Das BMWi stellt 96 Mio. Euro zur Verfügung, damit die E-Mobilität Fahrt aufnimmt und die NOx-Werte in den Städten sinken können.

Im Fokus aller Projekte steht der Ausbau des Ladeinfrastrukturnetzes. Dafür haben die Projektverbünde unterschiedliche Konzepte entwickelt. Während sich BSR-LI-FLX, unter der Federführung der Berliner Stadtreinigung vor allem für die Einbindung von Ladeinfrastruktur als flexible Last in Stromnetze einsetzt, steht bei anderen Verbünden vor allem die Anzahl an neuen Ladesäulen im Fokus: "Cities in Charge", ein Projekt der Telekom, will 1000 Ladepunkte auf Telekomliegenschaften errichten und für die Öffentlichkeit zugänglich machen. In Rüsselsheim und Umgebung sollen von der "Clever Electric City" 1300 Ladepunkte installiert werden und im Münchener Raum sollen mit "München elektrisiert" 2000 Ladesäulen in Wohngebäuden, Parkhäusern und Gewerbegebieten errichtet werden.

Neue Berliner Luft dank Straßenlaternen

Während Elmobileberlin mit "Neue Berliner Luft" 1000 Ladepunkte in Straßenlaternen integrieren möchte, um möglichst vielen Städtern Zugang zu einer Ladequelle zu gewähren, verfolgt "Daten tanken" eine andere Herangehensweise, um E-Mobilität besonders attraktiv zu machen: Liefert der Kunde Daten, dann gibt es Rabatt.

Alle Projektpartner betonen, dass Absprachen und der Austausch von Know-how enorm wichtig seien, um die Verkehrswende voranzubringen und E-Mobilität für Kunden und Hersteller unverzichtbar zu machen. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind in den meisten Projektverbünden Forschungseinrichtungen beteiligt, die das Nutzerverhalten oder die Effizienz und Standortwahl der Ladepunkte weiterentwickeln sollen.

VKU befürwortet Förderung

Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt die Initiative des BMWi. Besonders eine geplante wissenschaftliche Untersuchung, wie Ladeeinrichtungen an das Stromnetz angebunden werden können, erachtet der Verband als "elementar". Zudem regt der VKU die Einführung einer Meldepflicht für Ladepunkte beim zuständigen kommunalen Verteilnetzbetreiber an, da so der Netzausbau besser planbar sei.

Außerdem sei eine schnellstmögliche Normung und Standardisierung von Schnittstellen und Kommunikationsprotokollen notwendig, damit der Netzbetreiber im Notfall eingreifen kann, um das Netz für eine sichere Energieversorgung zu stabilisieren. (hol)

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