Spanien legt beim Ausbau von Ladeinfrastruktur deutlich zu – doch nicht jeder Ladepunkt ist auch betriebsbereit.

Spanien legt beim Ausbau von Ladeinfrastruktur deutlich zu – doch nicht jeder Ladepunkt ist auch betriebsbereit.

Bild: © fotoworld/Adobe Stock

Spanien hat im abgelaufenen Jahr beim Ausbau der Ladeinfrastruktur deutlich zugelegt und sich dem EU-Durchschnitt angenähert. Dennoch schlägt der spanische Automobilhersteller-Verband ANFAC (Asociación Española de Fabricantes de Automóviles y Camiones) Alarm: Etwa jeder vierte installierte Ladepunkt im Land ist nicht betriebsbereit.

Nach ANFAC-Angaben stieg die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte gegenüber 2024 um 37 Prozent auf insgesamt 53.072. Der Zuwachs um 14.347 neue Stationen markiert das bislang stärkste jährliche Wachstum seit mehreren Jahren.

Längst nicht jeder Ladepunkt ist auch nutzbar

Gleichzeitig nimmt jedoch auch die Diskrepanz zwischen installierten und tatsächlich nutzbaren Ladepunkten zu: 16.340 Punkte – rund jeder vierte – sind nach ANFAC-Angaben zwar errichtet, aber nicht in Betrieb. Wären alle installierten Einheiten aktiv, verfügte Spanien bereits über 69.412 Ladepunkte. Die Zahl der nicht betriebsbereiten Ladepunkte sei innerhalb eines Jahres um 43 Prozent angestiegen.

Der Verband nennt zwei Hauptgründe für die hohe Zahl nicht nutzbarer Ladeinfrastruktur: Hauptursache sei der oftmals massiv verzögerte Netzanschluss. Das beginnt mit Genehmigungsverfahren, die auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene eingeholt werden müssen, was bis zu einem Jahr oder länger dauern kann. Die spanische Zeitung "El Pais" berichtet von bis zu zwölf Stellen, bei denen Genehmigungen für einen Ladepunkt eingeholt werden müssen.

Ist die Genehmigung dann vorhanden, beginnt das Warten auf die großen Netzbetreiber – denen ebenfalls keine Eile nachgesagt wird. Die wiederum benötigen detaillierte Lastprognosen, um den Ausbaubedarf einschätzen zu können. Die Beobachtung spanischer Medien, dass Ladeinfrastruktur häufig dort entsteht, wo Fördermittel oder Grundstücke verfügbar sind, aber nicht zwingend dort, wo das Netz kurzfristig aufnahmefähig ist, macht die Lage auch für Netzbetreiber nicht einfacher.

Doch der Autobauer-Verband beklagt auch, dass ein beträchtlicher Teil der Ladepunkte "in schlechtem Zustand oder defekt" sei. Spanische Medien verweisen dabei auf Wartungsprobleme oder Vandalismus. Besonders bei älteren, städtischen AC-Ladern sei die Ausfallquote hoch.

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