Eigenheimbesitzer mit Wallbox profitieren besonders von Elektromobilität. In Mietshäusern ist die Lage dagegen schwieriger.

Eigenheimbesitzer mit Wallbox profitieren besonders von Elektromobilität. In Mietshäusern ist die Lage dagegen schwieriger.

Bild: © HerrLoeffler/Adobe Stock

In Deutschland haben so viele private Autofahrer wie noch nie ihren Verbrenner gegen ein Elektroauto eingetauscht. Im vergangenen Jahr lag die Umstiegsquote laut HUK‑E‑Barometer bei 5,5 Prozent aller privaten Fahrzeugwechsel, im vierten Quartal sogar bei 6,3 Prozent. Das ist der höchste Wert seit drei Jahren.

Damit hat sich die Dynamik nach dem Förderstopp der vergangenen Jahre deutlich belebt. Zugleich planen 15 Prozent der Haushalte, die in den kommenden zwei Jahren einen Fahrzeugwechsel anstreben, den Umstieg auf einen rein elektrischen Antrieb.

In Städten liegt die Umstiegsquote deutlich unter dem Schnitt

Auffällig sind dabei die Unterschiede zwischen Stadt und Land. In den 15 größten Städten Deutschlands liegt die Umstiegsquote mit 4,6 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 5,5 Prozent. Düsseldorf erreicht unter den Großstädten die höchste Wechselquote, kommt beim Gesamtbestand privater E‑Autos jedoch nur auf etwa die Hälfte des Wertes des Landkreises Starnberg, der mit 6,6 Prozent E‑Auto-Anteil an der Spitze liegt. Auch Stuttgart, die Großstadt mit dem höchsten E‑Auto‑Bestand, bleibt mit 4,8 Prozent hinter den führenden Landkreisen zurück.

Der Versicherungskonzern führt dies unter anderem auf strukturelle Unterschiede im Wohneigentum und bei den Lademöglichkeiten zurück. So besitzen Eigentümer von Haus oder Wohnung dreimal so häufig ein E‑Auto wie Menschen ohne Wohneigentum: 81 Prozent aller privaten E‑Autos in Deutschland werden von Immobilienbesitzern gefahren. Wer über Garage oder Carport verfügt, hat also sehr viel häufiger ein E‑Auto als diejenigen, die ihr Fahrzeug auf der Straße abstellen müssen.

Das E‑Barometer zeigt zudem, dass Markenbindung ein wesentliches Kriterium für die Antriebswahl ist. Für mehr als ein Viertel der Befragten kommt nur ein Elektroauto einer bestimmten Marke in Frage. Bei Vielfahrern, Familien mit Kindern und hohen Einkommen ist dieser Anteil noch deutlich höher. Für rund zehn Prozent ist eine Voraussetzung für den Umstieg, dass ihre bevorzugte Marke ein passendes E‑Modell anbietet; weitere 17 Prozent bräuchten für den Schritt Modelle, die besser zu ihren Alltagsbedürfnissen passen.

Beim tatsächlichen Wechsel im Datenbestand des Versicherers lagen im vergangenen Jahr VW, Skoda und BMW vorn. VW wurde bei 13,4 Prozent der Umstiege gewählt, Skoda erreichte 8,2 Prozent, BMW 7,9 Prozent. Bei Skoda machte sich vor allem der Verkaufserfolg des Modells Elroq bemerkbar.

Regional betrachtet liegt Düsseldorf bei den 15 größten Städten mit einer Umstiegsquote von 5,5 Prozent an der Spitze, gefolgt von Dortmund, Nürnberg, Hamburg und München. Besonders hohe Wechselquoten verzeichnen jedoch vor allem Landkreise in Bayern, etwa Starnberg, Erlangen‑Höchstadt, Ebersberg und Pfaffenhofen an der Ilm, die Umstiegsquoten von rund neun bis zehn Prozent erreichen. Drei Viertel der 15 Landkreise mit den höchsten Wechselquoten liegen demnach im Freistaat.

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