Ob Haushalte etwa in private Ladestationen für Elektrofahrzeuge investieren, hängt von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Die Corona-Krise bereitet nun einigen Haushalten Sorgen.

Ob Haushalte etwa in private Ladestationen für Elektrofahrzeuge investieren, hängt von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Die Corona-Krise bereitet nun einigen Haushalten Sorgen.

Bild: © Herr Loeffler/stock.adobe.com

Wie viele Leute wollen Elektroautos kaufen, wie viel Geld wollen sie zahlen und was erwarten sie dafür? Das sind die zentralen Fragen zweier Studien der Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners sowie des Instituts für Demoskopie Allensbach. Während die Simon-Kucher-Studie eher optimistisch für die Elektromobilität ist, beschäftigt sich die Allensbach-Studie stärker mit Hürden und Vorbehalten.

Der Wandel vom Verbrenner beschleunigt sich und wird früher kommen als erwartet – das ist ein Ergebnis der Simon-Kucher-Studie. Mit steigender Reichweite nähere sich die Nutzung von reinen Elektroautos immer mehr dem von Verbrennern an. Dabei müssten die Reichweiten noch um etwa 40 Prozent zulegen.

Eine Wallbox gehört dazu

„Elektrofahrzeuge werden voraussichtlich zwischen 2023 und 2026 für die breite Masse attraktiv", sagt Martin Gehring von Simon-Kucher. Die Zahlungsbereitschaft für ein vollelektrisches Auto zeige, dass in vielen Kategorien bereits preislich passende Angebote für Elektrofahrzeuge vorhanden seien und zwar schon vor der staatlichen Kaufprämie. Eine Wallbox sollte beim Kauf inkludiert sein, denn laut Studie würden 72 Prozent der Konsumenten dies bei der freien Konfiguration eines vollelektrischen Autos präferieren.

Sowohl Fahrer als auch Interessenten von Elektrofahrzeugen bevorzugen mit knapp 50 Prozent den traditionellen Handel. Jedoch steige gerade im städtischen Umfeld das Interesse an neuen Kauferlebnissen. Auch ein kombinierter Kauf eines Elektroautos mit einem Ladestromvertrag sei für viele Käufer attraktiv, vor allem als Online-Kauf.

Neue Preismodelle beim Laden

Ladeanbieter müssten mit neuen Preis- und Bezahlmodellen überzeugen. Mit dem Fortschreiten der Elektromobilität in den Städten werde der Bedarf an öffentliches Laden auf bis zu 60 Prozent der Ladevorgänge ansteigen. Die nächste Generation der Fahrer von Elektrofahrzeugen bleibe zwar weiterhin an vertragsbasierten Preismodellen für öffentliches Laden interessiert, sei aber auch offen für andere Preismodelle wie Park und Charge, Preis pro Sitzung oder Abonnements.

Insbesondere das Laden an öffentlichen Ladepunkten und Tankstellen mit Gastronomieangebot sowie das Laden bei der Arbeit und beim Einkaufen gewinnen stark an Bedeutung, heißt es in der Studie. Das Laden zu Hause werde demzufolge relativ betrachtet an Bedeutung verlieren.

„Gefühlter Mangel“ an Ladestationen

Die repräsentative Befragung des Allensbach-Instituts hat ergeben, dass für gut ein Viertel der Bürger die Anschaffung eines Elektroautos in Betracht kommt. Bei einem Hybrid-Fahrzeug seien es 31 Prozent. Abschreckend wirkten demnach die Anschaffungskosten – das sagten laut Umfrage 69 Prozent. Weiter genannt wurden die Reichweite (67 Prozent), ein „gefühlter Mangel“ an Ladestationen und lange Ladezeiten (66/60 Prozent) sowie Zweifel an der Umweltverträglichkeit (58 Prozent).

„Bei der Entwicklung umweltfreundlicher Fahrzeuge sind wir technologisch viel weiter, als es vielen Menschen bewusst ist», sagte Thomas Weber, Vizepräsident von acatech Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die die Studie in Auftrag gegeben hatte. „E-Autos gelten noch immer als Kurzstreckenfahrzeuge, was der Realität aufgrund größerer und leistungsfähiger Batterien längst nicht mehr entspricht.“ Eine wichtige Aufgabe der kommenden Jahre werde sein, die Lücke zwischen technologischem Fortschritt in der Mobilität und Akzeptanz in der Bevölkerung zu schließen. (wa mit Material von dpa)

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