Die Klimabewertung von Plug-in-Hybridfahrzeugen (PHEV) dürften künftig deutlich realistischer werden. Darauf weist der Verband Transport&Environment hin. Der Grund: Die EU hat sich darauf geeinigt, die CO2-Emissionen von Hybriden danach zu bewerten, wie viel sie tatsächlich auf der Straße ausstoßen.
Derzeit gehen die Regulierungsbehörden davon aus, dass PHEV häufig im Elektromodus gefahren werden. Die führt zu scheinbar niedrigen Emissionswerten. Um als „emissionsarm“ zu gelten, müssten PHEV mehr als zwei Drittel der Strecken elektrisch fahren. Umfragen zeigen aber, dass die Realität anders aussieht.
Ab 2025 wird die EU den Anteil der sogenannten Nutzenfaktoren zur Berechnung der CO2-Emissionen reduzieren. Diesen eher theoretischen Wert hatten die Regulierungsbehörden bislang herangezogen. Ab 2027 richten sich die Nutzwerte von Plug-in-Hybriden vollständig nach dem realen Fahrverhalten.
T&E verweist auf jüngste Daten, die zeigen, dass private PHEV im Durchschnitt drei Mal mehr CO2 ausstoßen als offiziell erfasst. Bei Dienstwagen sei es noch schlimmer: Plug-in-Hybride emittieren fünfmal mehr als ihre offiziellen Werte.
Nicht die Fahrer, sondern die Hersteller seien verantwortlich
„Autohersteller haben Fahrer für hohe Emissionen verantwortlich gemacht“, kritisiert der Verband. In Wirklichkeit seien aber PHEV schlecht gebaut mit kleinen Batterien, schwachen Elektromotoren, großen Motoren und ohne Schnellladefähigkeit.
Die EU hat außerdem beschlossen, ihre neuen Nutzenfaktoren 2024 auf der Grundlage von Daten zu überprüfen, die von bordeigenen Kraftstoffverbrauchsmessern erhoben werden. Dies werde ebenfalls eine umfassendere Bewertung des Anteils der elektrisch gefahrenen Kilometer ermöglichen, heißt es bei T&E. (wa)



