Die Münchner Verkehrsgesellschaft will bis Anfang der 2030er Jahre ihre gesamte Busflotte elektrifizieren. Da nicht nur der Antrieb künftig Strom braucht, sondern auch Lüftungsanlagen, Fahrgastanzeigen und weitere Hilfssysteme überlegt das Unternehmen, wie sich die Energieversorgung möglichst effizient gestalten lässt. Integriere Solarzellen für die Fahrzeughülle könnten dabei eine Lösung sein. Nun geht es darum, wie sich das innovative System in der Praxis schlägt.
So fährt künftig ein Bus mit Buszuganhänger, dessen Dach mit Solarzellen bestückt ist, durch die bayerische Landeshauptstadt. Das Solarfeld hat eine Fläche von zwölf Quadratmetern und entspricht damit der Fläche eines Normalbusses – wichtig, denn nur so lassen sich die Ergebnisse des Praxistests auch auf andere Busse übertragen. Die PV-Anlage soll künftig die Wärmepumpe der Klimaanlage versorgen, die für einen erheblichen Energie-Mehrbedarf vor allem an heißen Sommertagen sorgt. Sollten die intergierten Solarkollektoren zuverlässig Strom für die Klimaanlage liefern, könnte dadurch die Reichweite der E-Busse erhöht werden.
Wie viel Strom wird tatsächlich produziert
Entwickelt wurden die PV-Kollektoren von Sono Motors, einem Münchner Start-up. Bereits seit mehreren Jahren arbeitet das Unternehmen am „Sion“, ein Auto dessen Karosserie komplett mit Solar ausgestattet ist. In Zusammenarbeit mit der MVG geht es im Bereich der Nutzfahrzeuge nun darum, herauszufinden, wie viel Strom die integrierten Module tatsächlich produzieren. Gefördert wird der Praxisversuch im Rahmen des „Integrierten Handlungsprogramms zur Förderung von E-Mobilität in München“ von der Landeshauptstadt München. (lm)



