Die Landesregierung Baden-Württembergs, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Industrie wollen mit dem Projekt "reFuels – Kraftstoffe neu denken" Alternativen zu fossilen Treibstoffen etablieren.
Verbrennungsmotor wird klimafreundlich
Mit dem Einsatz von regenerativen neuen Kraftstoffen könne der Verbrennungsmotor klimafreundlich werden, führte Verkehrsminister Winfried Hermann bei der Auftaktveranstaltung aus. Er ist der Ansicht, dass sich die Lücke beim Klimaschutz nicht allein durch den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel oder E-Mobilität, sondern nur durch ein Paket verschiedener Maßnahmen schließen ließe.
Um dieses Ziel zu erreichen, sollen im Projekt "reFuels" Verfahren betrachtet werden, die auf Basis erneuerbarer Energien und aus nachhaltig zugänglichen Rohstoffen auch in größerem Maßstab produziert werden können. Untersucht wird, wie sich die regenerativ erzeugten Kraftstoffe auf den Schadstoffausstoß der bestehenden Flotte und auf die Funktion der Fahrzeuge sowie einzelner Komponenten auswirken.
Mineralölraffinerie will aktiv mitwirken
Geplant ist, dass auch Deutschlands größte Raffinerie an dem Projekt mitwirken kann: Die Herstellung synthetischer Kraftstoffe in vorhandenen Raffinerie-Infrastrukturen ermögliche einen schrittweisen Übergang und perspektivisch sogar treibhausgasneutrale Kraftstoffe, erklärt Ralf Schairer, Geschäftsführer der Mineralölraffinerie Oberrhein. Die bekannten Vorteile flüssiger Kraftstoffe wie hohe Energiedichte und einfache Speicher- und Transportierbarkeit blieben erhalten und gleichzeitig würden die Klimaziele erreicht, führt Schairer weiter aus.
Das KIT verfügt bereits über zwei Plattformen für die Herstllung von "reFuels": "bioliq" und das "Energy Lab 2.0". Für das "bioliq"-Verfahren, mit dem hochwertige Kraftstoffe aus biogenen Roh- und Reststoffen wie etwa Stroh erzeugt werden, existiert eine Pilotanlage, die Ottokraftstoffe liefert. Das "Energy Lab 2.0" ist ein weltweit einmaliger Anlagenverbund, der modernste Technologien zur Erzeugung und Nutzung elektrischer, thermischer und chemischer Energie wie beispielsweise Gasturbinen, Power-to-Methan und Wasserelektrolyse verknüpft, heißt es. Hier sollen bald unterschiedliche Kraftstoffkomponenten wie Dieselkraftstoffe oder Jetfuels produziert werden.
Namenhafte Projektpartner
Am Projekt "reFuels" sind folgende Projektpartner beteiligt: Audi, Caterpillar Energy Solutions (MWM), Daimler, Eberspächer, EnBW, Freudenberg Sealing Technologies, Ineratec, KS Kolbenschmidt, Mahle, Mann + Hummel, Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) mit Unterstützung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Robert Bosch, Rolls-Royce Powersystems AG (MTU). Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) und der Verband "Zukunft Erdgas" sind assoziierte Mitglieder. (hol)



