Jungfernfahrt des neuen vollelektrischen Müllsammel-Fahrzeugs in Reutlingen. Stefan Kaufmann (2. von rechts), Chef der Technischen Betriebsdienste Reutlingen mit Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (3. von links) und Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck (rechts).

Jungfernfahrt des neuen vollelektrischen Müllsammel-Fahrzeugs in Reutlingen. Stefan Kaufmann (2. von rechts), Chef der Technischen Betriebsdienste Reutlingen mit Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (3. von links) und Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck (rechts).

Bild: Stadt Reutlingen

Der Fuhrpark der Technischen Betriebsdienste Reutlingen (TBR) umfasst ab sofort auch ein vollelektrisches Müllsammelfahrzeug mit Brennstoffzelle. "Es begeistert mich, wie sich baden-württembergische Kommunen für den Klimaschutz und die Energiewende einsetzen“, erklärte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller anlässlich der Jungfernfahrt des neuen Fahrzeugs.

„Ein Abfallsammelfahrzeug mit Brennstoffzellen-Technologie in der Kategorie Schwere Nutzfahrzeuge ist zwar kein Prototyp mehr, jedoch für einen dauerhaften Einsatz im Bereich der Abfallsammlung liegen weltweit noch keine Erfahrungen vor“, hob Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck hervor. Die Stadtverwaltung einschließlich ihrer Gesellschaften und Eigenbetriebe will bis spätestens 2040 klimaneutral sein.

Hohe Anforderungen

Das Fahrzeug müsse die gleiche Leistung wie der bislang mit Diesel betriebene Rest der Flotte erfüllen, verdeutlichte TBR-Chef Stefan Kaufmann. Also beispielsweise die Zuladung von zwei Mal zehn Tonnen eingesammeltem Abfall pro Sammeltour, das Entleeren von mehr als 900 Behältern und die Bewältigung von Strecken bis zu 100 Kilometern, kein Nachladen auf der Tour und die einfache und ortsnahe Energieaufnahme als Alternative zum Dieseltanken.

Die Anschaffung ist mit rund 875.000 Euro nahezu drei Mal so teuer wie bei einem konventionellen Abfallsammelfahrzeug. 90 Prozent der Mehrinvestitionskosten werden vom Bund direkt bezuschusst.

Die Hersteller-Firma Zölle hat das Fahrzeug speziell für den Einsatz in der Entsorgungswirtschaft entwickelt. Gebaut wurde es von der Firma Faun. Beim Brennstoffzellen-Müllsammelfahrzeug wird ein vollelektrisches Fahrgestell mit der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technik kombiniert. Durch diese Kombination werden die Einsatzzeiten und Reichweiten von Fahrzeugen mit konventioneller Antriebstechnik erreicht.  

Reichweite von 370 Kilometern

Die Reichweite des Brennstoffzellen-Müllsammelfahrzeugs der Stadt Reutlingen liegt nach Herstellerangaben innerstädtisch bei rund 370 Kilometern. In Reutlingen wird die Batterie für den Antrieb des Fahrzeugs mit 100 Prozent Öko-Strom aufgeladen. Die nächste Wasserstofftankstelle liegt im benachbarten Metzingen. Das neue Fahrzeug ist eines von insgesamt 14 Müllfahrzeugen der TBR und kommt in allen Entsorgungsbezirken zum Einsatz. (hoe)

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