Versuchsanordnung zur Methanol-Produktion am Kraftwerk Niederaußem

Versuchsanordnung zur Methanol-Produktion am Kraftwerk Niederaußem

Bild: © RWE Power

RWE Power nimmt eine Forschungsanlage in Betrieb, die Kraftstoff aus CO2 herstellen soll. Am Kraftwerksstandort Niederaußem, im nordrhein-westfälischen Rhein-Erft-Kreis, will das Unternehmen aus Abgasen Methanol herstellen. Dieses soll Treibstoffen beigemischt werden.

Jährlich werden weltweit knapp 100 Mio. Tonnen Methanol hauptsächlich aus Erdgas und Kohle hergestellt – 16 Prozent davon landen als Spritzusätze in Tanks. Aktuell ist diese Praxis vor allem in Asien verbreitet. Bei RWE soll jetzt alles anders werden. Das CO2, welches aus dem Rauchgas von Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und Industrieanlagen abgetrennt wird, soll zur Methanol-Herstellung verwendet werden. Dafür wird dem CO2 Wasserstoff zugefügt. Dieser kann zunehmend durch Wasserelektrolyse aus grünem Strom erzeugt werden.

CO2 als Rohstoff

"Kohlendioxid wird dabei nicht nur recycelt, sondern selbst zu einem Rohstoff", erklärt Reinhold Elsen, Leiter Forschung und Entwicklung bei RWE Power. So könnten nicht nur die CO2-Emissionen gesenkt, sondern gleichzeitig Strom aus erneuerbaren Quellen chemisch über lange Zeiträume speicherbar werden. Die Forschungsanlage könne täglich, dank eines verbesserten Katalysators, aus 1,5 Tonnen Kohlendioxid bis zu eine Tonne Methanol herstellen, berichtet Elsen. Perspektivisch könnte Methanol beispielsweise als emissionsärmerer Treibstoff im Fernlastverkehr eingesetzt werden.

Was bleibt, ist jedoch die Kostenfrage. "Mittels der Kohlendioxid-Abtrennung hergestelltes Methanol kann nicht zu den gleichen niedrigen Preisen angeboten werden, wie eine über Jahrzehnte optimierte Produktion aus Erdöl oder Erdgas", so Reinhold Elsen. Für ihn ist die politische Weichenstellung somit ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit des Produkts. Derzeit sind an dem RWE Power Projekt mit Namen "MefCO2" insgesamt neun Partner von Industrieunternehmen, Universitäten und Forschungsinstituten aus sieben europäischen Ländern beteiligt. Die EU fördert das Gesamtprojekt mit 8,6 Mio. Euro. (hol)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper