Stromtanken leicht gemacht (v.l.): Sören Link (Duisburgs Oberbürgermeister), Armin Laschet (Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen) sowie Hildegard Müller (Vorstand der Innogy SE)

Stromtanken leicht gemacht (v.l.): Sören Link (Duisburgs Oberbürgermeister), Armin Laschet (Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen) sowie Hildegard Müller (Vorstand der Innogy SE)

Bild: © Sebastian Sigler

Der Energiekonzern Innogy und die Stadtwerke Duisburg haben eine Stromtankstelle errichtet, die einen Teil des benötigten Stroms selbst über Solarzellen produziert. Die nicht benötigte Energie wird zugleich in einer Großbatterie gespeichert, damit zu Spitzenlastzeiten mehr Energie abgegeben werden kann. Leistungsstarke Autos mit großen Batterien können in zehn Minuten eine komplette Ladung Energie "tanken". Die Station ist ausgerüstet mit CCS-Steckern, die 150 kW leisten.

Zur Aufnahme des Regelbetriebs der neuen Innogy-Stromtankstelle kam Nordrhein-Westfallens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach Duisburg: "Es ist gut, dass man hier mal zeigen kann, wie es denn gehen würde." Die Infrastruktur für die E-Mobilität hält er für wichtig: "Hier brauchen wir einen Schub!" Und auch ein Seitenhieb auf gewisse politische Mitbewerber fehlte nicht: "Dies hier ist jedenfalls intelligenter, als die A 40 zu sperren!"

Lob für die Duisburger Stadtwerke

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) war sichtlich zufrieden: "Dies ist eine deutschlandweite Premiere!" In Duisburg würden noch in diesem Jahr weitere 16 Ladesäulen an acht Standorten in Betrieb gehen. Und mit Blick auf den neben ihm stehenden Stadtwerke-Chef Marcus Wittig sagte er: "Dank dafür an die Stadtwerke Duisburg!"

Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur der Innogy SE, gab ein klares Bekenntnis für die Energiewende ab: "Wir gehen in Vorleistung!" Innogy habe den Fuhrpark konsequent auf E-Autos oder zumindest Hybridfahrzeuge umgestellt. Ein besonderes Lob bekamen die Stadtwerke Duisburg: "Dies ist eine klassische Kooperation zwischen Innogy und örtlichen Stadtwerken!" Speziell für den Ausbau des Netzes von Stromtankstellen werde Duisburg ein Vorreiter sein: "Die Kombination, die wir hier heute sehen, weist nach vorne!"

System wird laufend verbessert

Die in der Nähe des Autobahnkreuzes Duisburg-Nord gelegene Tankstelle soll vor allem auch ein Angebot für Besitzer von Elektroautos sein, die keinen eigenen Stellplatz für ihren Wagen haben und deshalb das Auto nicht zu Hause laden können. Die Schnellladesäulen mit CCS-Stecker stammen von Porsche Engineering; sie haben eine Leistung von 150 kW, die auf 350 kW ausgebaut werden kann. Es gibt auch zwei Ladesäulen, mittels derer Autos mit dem leistungsschwächeren Chademo-Stecker aufgeladen werden können.

Die Universität Dortmund wird den Betrieb der Tankstelle wissenschaftlich begleiten. Gerald Vogel, als Ingenieur von Innogy für Konzeption und Errichtung zuständig, erwartet hier eine Menge neuer Daten: "Die Batterie, die wir hier haben, leistet 210 kWh. Das ist genug, um zwei Tesla S voll zu betanken. Und dann kommt je nach Tageszeit noch der Solarstrom dazu." Über das Jahr gerechnet erhofft er sich Strom für 200.000 Autokilometer "vom Dach". Die neuen Erkenntnisse würden umgehend bei den Planungen für neue Stromstationen berücksichtigt.

Eon kooperiert mit Clever

Gleichzeitig hat der Konkurrent Eon eine Kooperation mit dem dänischen E-Mobility-Dienstleister Clever bekannt gegeben. Die beiden Unternehmen gründen ein Joint Venture für den Bau und Betrieb von Stromtankstellen für ultraschnelles Laden an den Autobahnen Skandinaviens. Die Gesellschaft "Ultra Fast Charging Venture Scandinavia" wird Städte in Dänemark, Norwegen und Schweden mit insgesamt 48 ultraschnellen Ladestandorten verbinden. Als ultraschnelle Aufladung gilt eine Leistung von 150 kW und mehr. Alle Ladegeräte sind so konzipiert, dass sie Stecker vom Typ CCS und Chademo (100 kW) anbieten. (sig/al)

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