Der Hochlauf der Elektromobilität führt dazu, dass ein enormes Umsatzpotenzial von der Erdölindustrie zu den Stromversorgern wandert. Dies ermöglicht Energieversorgern die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle mit exponentiellem Wachstum. Doch eine Umfrage des Beratungshauses BET zeigt: Bei Versorgern und Netzbetreibern ist noch viel zu tun. Insgesamt haben laut BET knapp 80 EVU an der Online-Befragung teilgenommen.
Die Ergebnisse zeigen, dass mit den steigenden Zulassungszahlen auch das Bewusstsein für die Bedeutung der Elektromobilität wächst. Knapp drei Viertel der Befragten gaben an, dass die Gesellschafter der Unternehmen bereits klare Zielvorgaben zum Thema E-Mobilität machten oder gerade an einer solchen Position arbeiteten.
Wichtige Bausteine fehlen noch
Über 80 Prozent der Unternehmen haben bereits einen Plan zur Elektrifizierung des eigenen Fuhrparks oder erarbeiten einen solchen gerade. Doch für eine ganzheitliche Elektromobilitätsstrategie fehlen laut BET in vielen Fällen noch wichtige Bausteine. So verfügen erst 40 Prozent der Unternehmen über Prognosen für den Hochlauf von E-Autos in ihrem Geschäftsgebiet. Nur etwa die Hälfte hat bereits einen systematischen Überblick über die Wettbewerber in ihrem Versorgungsgebiet erarbeitet.
Auch im Vertrieb bleibe häufig noch viel Potenzial ungenutzt. Nur ein Viertel der Unternehmen nutzt die Möglichkeit des Handels mit Treibhausgasminderungsquoten, um die Wirtschaftlichkeit der Geschäftsmodelle im Bereich der Elektromobilität zu verbessern. Die beliebtesten Vertriebsprodukte sind die Wallbox und ein privater Fahrstromtarif. Jedoch nur etwa die Hälfte der Unternehmen, die einen Fahrstromtarif anbieten, nutzen die in § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes verankerten Vergünstigungen für steuerbare Lasten.
Bei den Stromnetzen bestehe ebenfalls enormer Transformationsdruck. So gab weniger als ein Viertel der teilnehmenden Netzbetreiber an, dass in ihren Netzplanungsgrundsätzen bereits spezifische Fragen der Elektromobilität berücksichtigt seien. (wa)



