Das umgebaute Fahrzeug wird beim Stuttgarter DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte getestet.

Das umgebaute Fahrzeug wird beim Stuttgarter DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte getestet.

Bild: © SWE

Die Stadtwerke Esslingen haben einen VW Passat aus dem Fuhrpark umgebaut. Statt reinem CNG aus dem Erdgastank wird das elf Jahre alte Fahrzeug mit einem Gemisch aus 80 Prozent Erdgas und 20 Prozent Wasserstoff angetrieben, wie das kommunale Unternehmen mitteilt. Dazu habe man eine Gasflasche am Heck angebracht und das Gemisch per Leitungen mit dem Verbrennungsmotor verbunden.

Einige Testfahrten auf dem SWE-Gelände wurden bereits absolviert. „Das Fahrzeug lief dabei einwandfrei, akustisch war keine Veränderung feststellbar, die Leitungen waren dicht“, berichtet SWE-Abteilungsleiter Jörg Eckert in der Mitteilung. „Derzeit wird lediglich im LKW-Bereich diese Art der Mobilität untersucht, nicht aber im PKW-Bereich.“

Abgasuntersuchung durchgeführt

Um noch genauere Werte über die Emissionen zu erhalten, haben die Stadtwerke beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Institut für Fahrzeugkonzepte in Stuttgart eine Abgasuntersuchung durchführen lassen. Konkret ging es um die Frage, ob ein Verbrennungsmotor mit H2-Anteil eine positive Umweltauswirkung hat und der Brennstoff Wasserstoff beherrschbar ist. Getestet wurden zwei ansonsten baugleiche VW Passat: einer davon nur mit Erdgas (CNG), der zweite mit Erdgas (CNG) und Wasserstoff (H2) betrieben.

„Die Ergebnisse zeigen auf, dass die Kombination aus Erdgas und Wasserstoff bei einem Verbrennungsmotor funktioniert. Natürlich müssen nun die nächsten Punkte überprüft werden. Wenn noch weitere Tests und Optimierungen an den Fahrzeugen vorgenommen werden, steckt noch einiges an Potenzial in dieser Technik“, so Jörg Eckert.

Technische Herausforderungen

Derzeit gebe es noch Begrenzungen aufgrund der Gastanks aus Stahl in den Fahrzeugen: Diese seien nur für maximal 2 Prozent Wasserstoff zugelassen. Auch die Verdichter für die Erdgastankstelle seien nicht für hohe Wasserstoffanteile ausgelegt.

Wie Eckert in der Mitteilung weiter betont, gehe es beim Thema Wasserstoff nicht nur um die Mobilität, sondern um die komplette Infrastruktur. „Ziel ist, dass wir ins Erdgasnetz höhere Anteile von Wasserstoff einspeisen können“, so Eckert. (amo)

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