Lastwagen-Rast konzentriert sich auf wenige Orte. Dort müssen Ladestationen stehen.

Lastwagen-Rast konzentriert sich auf wenige Orte. Dort müssen Ladestationen stehen.

Bild: Animaflora PicsStock/Adobe Stock

„Batterieelektrische Lkw werden eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs spielen.“ Davon ist Martin Lundstedt überzeugt. Er ist Vorsitzender des Commercial Vehicle Board des europäischen Fahrzeughersteller-Verbands ACEA und Vorstandschef der Volvo Group. Wenn schnell genug Ladestationen in der gesamten EU installiert werden, werde ihre Marktakzeptanz in den kommenden Jahren exponentiell zunehmen, so Lundstedt.

Der ACEA hat daher beim Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI eine Analyse beauftragt. Diese soll Regierungen und Infrastrukturbetreibern helfen, Prioritäten zu setzen, wo mit der Installation von Ladepunkten für Elektro-Lkw begonnen werden sollte.

Ladestationen für Lastwagen fehlen völlig

Angesichts der Tatsache, dass Ladestationen, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Lkw zugeschnitten sind, heute fast vollständig fehlen, sei die Herausforderung groß, so Lundstedt. „Deshalb wollen wir Regierungen und Interessengruppen aus der Industrie dabei unterstützen, ihre Investitionen dorthin zu lenken, wo sie am dringendsten benötigt werden.“

Wenn Lkw-Flottenbetreiber auf Elektrofahrzeuge umsteigen, ist es unwahrscheinlich, dass sie ihr Fahrverhalten ändern werden. Ziel dieser Studie ist es daher zu kartieren, wo Fahrer heute Halt machen und welche Autohöfe am häufigsten genutzt werden.

Forscher werten GPS-Daten von 400.000 Lastwagen aus

Das Fraunhofer ISI analysierte über einen Zeitraum von zwölf Monaten die GPS-Koordinaten von rund 400.000 europaweit im Einsatz befindlichen Lkw. Der Fokus lag dabei auf der Dauer der Stopps an den einzelnen Standorten.

Die Analyse ergab, dass etwa 50 Prozent aller Lkw-Stopps auf 10 Prozent der von Lkw am stärksten frequentierten Orte in Europa entfallen. Vor diesem Hintergrund fordert ACEA die nationalen Regierungen auf, dafür zu sorgen, dass die wichtigsten zehn Prozent der Autohöfe in ihren Ländern bis spätestens 2027 mit geeigneten Elektroladegeräten ausgestattet sind.

Die genauen Standorte aller Autohöfe in 29 europäischen Ländern werden in fünf Regionalkarten dargestellt. Die Karten unterscheiden auch die unterschiedlichen Haltezeiten von Lkw: kurze Stopps unter einer Stunde und lange Stopps, etwa das Parken über Nacht. Dies ist wichtig, weil die Dauer den Ladebedarf bestimmt, etwa die für eine vollständige Aufladung verfügbare Zeit und die erforderliche Leistungsabgabe. (wa)

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