Bei Flächen für Ladeinfrastruktur bevorzugen Kommunen zu oft ihre eigenen Stadtwerke, lautet der Vorwurf des Bundeskartellamts.

Bei Flächen für Ladeinfrastruktur bevorzugen Kommunen zu oft ihre eigenen Stadtwerke, lautet der Vorwurf des Bundeskartellamts.

Bild: © fottoo/AdobeStock

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) hat die erste Ausschreibung für das Deutschlandnetz abgeschlossen. Zehn Unternehmen werden künftig rund 900 Standorte mit fast 8000 neuen Ultra-Schnellladepunkten für Elektroautos errichten und betreiben.

Ziel ist ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und nutzungsfreundliches Schnellladenetz. Das Projekt soll dabei auch „weiße Flecken“ auf der Ladelandkarte schließen. Die Standorte decken nach Ministeriumsangaben den ländlichen Raum ebenso ab wie urbane und suburbane Bereiche. Die Nutzung von Elektroautos auf der Mittel- und Langstrecke werde dadurch attraktiver.

Laden ohne Lücken in der Landkarte

Die Zuschläge gingen an folgende Bieter:

  •     Allego
  •     BayWa Mobility Solutions
  •     Eon Drive Infrastructure
  •     Eviny Elektrifisering
  •     Fastned Deutschland
  •     EWE Go HOCHTIEF Ladepartner
  •     Mer Germany
  •     Pfalzwerke
  •     Total Energies Marketing Deutschland
  •     Via Deutschlandnetz

Individuelle Mobilität sei ein hohes Gut in einer freien Gesellschaft, erklärte Bundesverkehrsminister Volker Wissing. Mit dem Deutschlandnetz „ergänzen wir sinnvoll und zielgerichtet die Ausbauaktivitäten der Ladeinfrastrukturbetreiber. Einfach Schnellladen ohne Lücken auf der Ladelandkarte wird damit zur Realität“, so Wissing

Damit die Ladeinfrastruktur im gesamten Bundesgebiet entsteht, hat das Ministerium 900 Suchräume definiert, in denen Ladestandorte errichtet werden. Diese Suchräume seien von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur ermittelt worden. Sie berücksichtigen sowohl die bestehende Schnellladeinfrastruktur als auch die zunehmende Anzahl an Elektroautos in den kommenden Jahren. Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur unterstützt im Auftrag des Ministeriums unter dem Dach des bundeseigenen Unternehmens NOW seit 2020 den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland.

Hohe Ladeleistung ist Voraussetzung

Laut NOW-Chef Kurt-Christoph von Knobelsdorff reichen marktgetriebene Aktivitäten der Ladeinfrastrukturbetreiber allein nicht aus, um mit dem nötigen Tempo ein flächendeckendes Schnellladenetz aufzubauen. Mit dem Deutschlandnetz „stellen wir sicher, dass Ladeinfrastruktur auch dort aufgebaut wird, wo Ladesäulen sonst aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit zu spät entstehen würden“.

Die Standorte des Deutschlandnetzes sollen attraktiv gestaltet sein. Alle Standorte erfüllen festgelegte Standards im Hinblick auf Nutzerfreundlichkeit und Kundenkomfort. So müssen die ausgewählten Betreiber eine hohe Verfügbarkeit der Ladeeinrichtungen gewährleisten, heißt es im Ministerium. Die Ladeleistung liegt bei mindestens 200 kW pro Fahrzeug, auch bei hoher Auslastung der Standorte. (wa)

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