Cottbus hat 46 Wasserstoffbusse bei Wrightbus in Irland bestellt. Ein entscheidender Grund hierfür könnte die spektakuläre Überführung eines Demonstrationsbusses im Winter gewesen sein: Bei eisigen Temperaturen war das Fahrzeug von Belfast über Dublin, dann weiter auf dem Seeweg bis Rotterdam und von dort aus nach Cottbus gefahren. Und vor allem: Es kam dort pünktlich an.
Für Wrightbus ist es einer seiner bisher größten Aufträge in Deutschland für Wasserstoffbusse: Cottbusverkehr und die Tochtergesellschaft Spree-Neiße-Cottbusverkehr orderten zusammen 46 „Kite Hydroliner” aus Nordirland. Die zwölf Meter langen Eindecker-Busse spielen eine wichtige Rolle für das Mobilitätsmodell im Rahmen des „Wasserstoff-Regionen-Projekts” in der Lausitz. Die ersten Fahrzeuge sollen noch 2024 in Cottbus ankommen.
Für lange Fahrstrecken prädestiniert
„Cottbusverkehr wird elf Kite Hydroliner in den Bestand nehmen für den Stadtverkehr in und um Cottbus”, erklärte Ralf Thalmann, Geschäftsführer von Cottbusverkehr. 35 Wasserstoffbusse wird Spree-Neiße-Cottbusverkehr übernehmen und im kommenden Jahr schrittweise für den Nahverkehr in Spree-Neiße-Ost einsetzen. Das ist ein großer Schritt in der Lausitz hin zu einem klimaneutralen Personennahverkehr. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Wrightbus. Mit seinem Angebot hat das Untenehmen sein Engagement und die Bereitschaft gezeigt, passende Lösungen anzubieten.”
Die Busse sind laut Hersteller mit ihrer Reichweite von bis zu 720 Kilometern prädestiniert für lange Fahrstrecken. Das Volltanken dauere weniger als zehn Minuten. Bis zu 90 Passagiere finden in den Einzeldeck-Bussen Platz.
Meilenstein für den Strukturwandel
Den Vertragsabschluss hat Cottbusverkehr im Rahmen des Projektstarts für die erste Wasserstofftankstelle in der Lausitz bekanntgegeben. Sie entsteht am Betriebshof des Unternehmens und gilt als Meilenstein für die Wasserstoffmobitität und den Strukturwandel in der Lausitz. Spatenstich soll noch in diesem Jahr sein, Mitte 2025 soll die Wasserstofftankstelle in Betrieb gehen.
Die Tankstelle wird mit Wasserstoff aus einem Elektrolyseur versorgt, der in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft, ebenfalls auf dem Gelände von Cottbusverkehr, aber im Auftrag des Energieunternehmens Leag, errichtet wird. Das Genehmigungsverfahren für die Anlage, die aus regionalem grünen Strom 105 Tonnen Wasserstoff im Jahr herstellen kann, läuft aktuell. Auch der Elektrolyseur soll Mitte 2025 in Betrieb gehen. (wa)



