Ohne Erhöhung der Regionalisierungsmittel seien die Nahverkehrsunternehmen gezwungen, das Angebot einzuschränken.

Ohne Erhöhung der Regionalisierungsmittel seien die Nahverkehrsunternehmen gezwungen, das Angebot einzuschränken.

Bild: © mpix-foto/Adobe Stock

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag angekündigt, Erreichbarkeits- und Qualitätsstandards für das Bus- und Bahnangebot in Deutschland zu entwickeln. Dabei könnte sie auf eine Reihe von Vorarbeiten und Praxisbeispielen aufbauen, heißt es bei Agora Verkehrswende. Ziel solle es nach Einschätzung der Denkfabrik sein, mit den Standards die Grundlage für eine bundesweite Mobilitätsgarantie im öffentlichen Verkehr zu schaffen. Agora hat sich nun genauer angeschaut, wie eine garantierte Grundversorgung mit Bus und Bahn in Deutschland aussehen könnte.

Das seit Mai 2023 erhältliche Deutschlandticket trage dazu bei, den ÖPNV durch eine vereinfachte Tarifstruktur leichter zugänglich zu machen. Aber es helfe nur denen, die sich monatlich 49 Euro für Mobilität leisten können, und dort, wo bereits ein befriedigendes Bus-und-Bahn-Angebot besteht.

Deutschlandticket nützt am Land weniger

Insbesondere in dünn besiedelten Regionen, in denen kaum Busse und Bahnen fahren, ist der Nutzen des Deutschlandtickets eher gering. Deutschlandweit haben laut Agora etwa 27 Millionen Menschen entweder keinen oder nur wenige Male am Tag einen Anschluss an den öffentlichen Verkehr in ihrer Nähe.

Österreich habe bereits Standards für den Bus- und Bahnverkehr festgelegt. Die Schweiz verfüge seit Langem über ein deutlich besseres Angebot als Deutschland. Beide Länder weiten den Betrieb laufend aus. Österreich will in Orten ab einer Größe von 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine Anbindung im Stundentakt garantieren.

Baden-Württemberg strebt 30-Minuten-Takt an

In Deutschland strebt Baden-Württemberg in ländlichen Räumen einen garantierten 30-Minuten-Takt an. Im Saarland sowie in Sachsen-Anhalt und Brandenburg ermöglichen „PlusBus“-Linien einen Stundentakt an Werktagen. Neben Taktfahrplänen sind in dünn besiedelten Regionen flexible Angebote wichtig, zum Beispiel Kleinbusse, die per App bestellt werden können.

Das Agora-Papier trägt auch die bisherigen Ansätze von Verbänden zur Definition der Qualität des ÖPNV zusammen. Zentral sind dabei Kriterien wie Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Information, Zeit und Komfort.

Der erste Teil der Analyse, in der es um die Ausgangslage und Praxisbeispiele für eine bundesweit garantierte Grundversorgung mit Bus und Bahn geht, kann heruntergeladen werden. In einer künftigen zweiten Publikation will Agora dann eigene Empfehlungen formulieren und in einem Modell veranschaulichen, wie ein entsprechender Bus- und Bahnverkehr aussehen würde. (wa)

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