Auf dem „Future Mobility Talk“ des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) präsentierten der Verband und die Anwaltskanzlei Rödl & Partner ein „Innovationspapier zur automatisierten und fahrerlosen Personenbeförderung“. Autonomes Fahren könne nur durch eine tiefe Integration in das ÖPNV-Angebot und dessen Ergänzung gelingen, heißt es beim VDV.
So könne man Bumerang-Effekte wie den Stau autonomer Fahrzeuge ohne jeden Platzgewinn in den Städten vermeiden. „Nur so schaffen wir auch Akzeptanz bei den Fahrgästen und können Deutschland in diesem Markt zur Spitze verhelfen““, so VDV-Vizepräsident Werner Overkamp.
Das Gesetz muss bald kommen
Das Gutachten betont das Potenzial autonomer Verkehrsangebote für den ÖPNV. Es evaluiert zudem die Gesetzesentwürfe zum Autonomen Fahren auf ihre Vereinbarkeit mit dem klassischen Linienverkehr. „Wir brauchen das Gesetz in dieser Legislatur, um Rechts- und Planungssicherheit für die zahlreichen Projekte der Verkehrsunternehmen in Deutschland zu erlangen“, so Overkamp.
Die Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) sieht eine stärkere Verantwortung für die Kommunen vor. „Das PBefG selbst knüpft richtigerweise nicht an die Frage der autonomen oder personengesteuerten Fahrzeugsteuerung an, sondern nimmt die neuen Verkehrsformen – Linienbedarfsverkehr und gebündelter Bedarfsverkehr – in den Blick“, erklärt Overkamp.
Regulatorische Voraussetzung für autonome Verkehre müsse eine sinnvolle Integration in das Verkehrsnetz sein. Das Ziel – mehr Mobilität bei weniger Verkehr – könne nur mit einem stärkeren ÖPNV erreicht werden.
Busse und autonome Autos sollen nicht konkurrieren
„Linienbusse mit ihren höheren Beförderungskapazitäten dürfen jedoch nicht mit kleinen, autonomen Einheiten im Wettbewerb stehen“, fordert Martin Schmitz, VDV-Geschäftsführer Technik. Eine Konkurrenz sei der Mobilitätswende abträglich. Der Schlüssel liege in der sinnvollen Ergänzung.
Die neue Technik erfordert laut Schmitz umfangreiche Neuinvestitionen, „welche ökonomisch nur vertretbar sind, wenn die Mehrkosten für die Fahrzeuge und die Infrastruktur langfristig zu verminderten Personal-, Unfall- und Energiekosten führen“. Gemäß Gutachten sei sonst zu befürchten, dass keine Integration in das Bus- und Bahnangebot vor Ort stattfinden werde. (wa)



