Erst im Sommer wurde es eingeführt, doch Berlin hat beschlossen, sein 29-Euro-Ticket wieder abzuschaffen. Die günstige Monatskarte, die nur im Berliner Nahverkehr galt, aber in Konkurrenz zum Deutschlandticket stand, fällt den Sparzwängen des Landeshaushalts 2025 zum Opfer.
Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey bezeichnete den Beschluss als schwierige Abwägungsentscheidung. Sie habe sich gewünscht, dass das Angebot fortgeführt werde, sagte die SPD-Politikerin.
Abwägung zwischen Ticket und Familienförderung
CDU und SPD hätten aber abwägen müssen zwischen diesem Ticket einerseits sowie dem kostenlosen Schülerticket für über 300.000 Kinder, kostenlosem Schulessen und Kitabetreuung andererseits. "Am Ende haben wir uns für die Familien, für die Kinder entschieden", erklärte Giffey. Zum "klaren Bekenntnis zur sozialen Stadt" gehöre auch, dass das Sozialticket für den ÖPNV weitergeführt werde. Es soll aber künftig 19 statt 9 Euro monatlich kosten.
Das 29-Euro-Ticket wurde im Rahmen eines Jahresabos angeboten. Nach Angaben Giffeys sollen alle abgeschlossenen Abos – allein bei der BVG sind es 166.500 – über die gesamte Zeit laufen. Sie gehe davon aus, dass hier Vertrauensschutz gelte.
Die Koalition spart im Landeshaushalt 2025 drei Milliarden Euro ein. Vor allem die SPD mit der damaligen Spitzenkandidatin Giffey hatte damit im Wahlkampf 2023 stark geworben. Auch die CDU hatte sich im Wahlkampf für preiswerte Mobilität eingesetzt. (dpa)



