Das Deutschlandticket hat die Nachfrage im Nahverkehr angekurbelt; nun müsse auch das Angebot ausgebaut werden, heißt es beim Deutschen Städtetag.

Das Deutschlandticket hat die Nachfrage im Nahverkehr angekurbelt; nun müsse auch das Angebot ausgebaut werden, heißt es beim Deutschen Städtetag.

Bild: © Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont

Von Jürgen Walk

Das Deutschlandticket ist attraktiv – leider nicht nur für Fahrgäste, sondern auch für Betrüger. Immer wieder fallen Menschen auf illegale Lockangebote herein: auf zweifelhafte Online-Shops oder auf 15jährige Hacker, die Tickets mit erbeuteten Kontodaten erschleichen und weiterverkaufen. Den schwarzen Schafen hilft, dass bislang einheitliche und wirksame Sicherheitsstandards beim Deutschlandticket fehlen. Das soll sich aber schon bald ändern.

Drei Verbände der Nahverkehrsbranche – der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der Bundesverband Schienennahverkehr (BSN) und das Mofair-Bündnis für fairen Wettbewerb im Schienenpersonenverkehr haben sich dazu in einer Taskforce zusammengetan. Deren Ziel ist, die Branche und die Fahrgäste besser vor Ticketbetrug zu schützen. Dabei haben sie einheitliche Standards für die digitale Ausgabe und Kontrolle von Tickets entwickelt, die schnellstmöglich verbindlich werden sollen.

Spätestens am 1. Oktober soll alles umgesetzt sein

Was die Taskforce konkret plant – darüber hüllt sie sich bewusst in Schweigen. Sie nennt keine Details zu den Sicherheitsmaßnahmen, um Betrügern keine Hinweise zu geben. Klar ist aber: Die Pläne betreffen den Vertrieb ebenso wie die Kontrolle, die IT-Sicherheit und organisatorische Prozesse.

Und die Änderungen kommen bald: Bis zum 30. Juni sollen wesentliche technische Schritte umgesetzt sein. Spätestens ab dem 1. Oktober seien dann nur noch Deutschlandtickets gültig, die die neuen Sicherheitsstandards erfüllen.

Wie drängend das Problem ist, zeigen nicht zuletzt mehrere Meldungen aus Nahverkehrsunternehmen und eine Warnung der Bundespolizei: Denn Betroffene zahlen nicht nur ein erhöhtes Beförderungsentgelt. Es könnten sogar strafrechtliche Konsequenzen aufgrund des Verdachts des Erschleichens von Leistungen beziehungsweise des Betrugs auf die Betroffenen zukommen, heißt es bei der Bundespolizei. "Vorsichtig bei günstigeren Angeboten", warnen die Ordnungshüter. Das Deutschlandticket kostet immer 58 Euro.

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