Die Stadt von morgen soll grün und lebenswert sein. Die Wege sind kurz, die Menschen sind umweltschonend mobil. Doch wie kann diese Vision Wirklichkeit werden? Und auf welche Faktoren kommt es bei der Umsetzung an? Diesen Fragen ging ein Forschungsprojekt von PwC Deutschland gemeinsam mit Intraplan Consult im Auftrag des Umweltbundesamts nach.
Ein wichtiger Pfeiler auf dem Weg zu nachhaltiger Mobilität ist die Stärkung umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Als vielversprechend gelten laut Studie zudem einschränkende Maßnahmen. Dazu gehört etwa Tempo 30 für den Motorisierten Individualverkehr. Diskutiert werden zudem eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung, die Einführung von Straßennutzungsgebühren und autofreien Innenstädten. Und auch die Nachverdichtung könne einen positiven Effekt auf nachhaltige Mobilität haben. Dadurch sinke die Anzahl der Pendler aus dem Umland.
Vier Großstädte unter der Lupe
Doch wie wirken sich die Maßnahmen konkret aus? In der Studie wurden die Städte Hagen, Magdeburg, München und Saarbrücken exemplarisch unter die Lupe genommen. Die Auswirkungen einzelner Maßnahmenpakete wzrde zunächst isoliert betrachtet und dann in unterschiedlichen Kombinationen.
Laut Studie haben insbesondere der Ausbau der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur und des öffentlichen Verkehrsangebots großes ökologisches Entlastungspotenzial. Sie tragen stark zur Sicherung einer Mobilität bei, die vom Auto unabhängig ist. Aber auch die Entwicklung autoarmer und autofreier Wohnquartiere und der Einsatz umweltfreundlicher Fahrzeugflotten haben sich als wirksam herauskristallisiert. Geeignet sind schließlich auch die Reduzierung und Verlagerung von öffentlichen Parkmöglichkeiten und die Ausweitung von Parkraumbewirtschaftungs- und Bewohnerparkzonen.
Wirksam nur in Kombination
Von den analysierten Maßnahmen profitieren insbesondere der Öffentliche Verkehr und das Fahrrad. So liegt der Anteil des Motorisierten Individualverkehrs in der Ausgangssituation bei rund 65 Prozent der insgesamt zurückgelegten Personenkilometer. Durch die Kombination verschiedener Maßnahmenpakete ließe er sich auf 50 Prozent begrenzen. Dazu müssten Städte die öffentliche Verkehrsinfrastruktur deutlich ausweiten. Dies sei besonders wirksam und damit alternativlos, aber eben auch sehr teuer.
Allen Maßnahmen ist laut Studie eines gemeinsam: Isoliert betrachtet können sie nur einen begrenzten Beitrag zur Mobilitätswende leisten. Erst, wenn die Verantwortlichen die einzelnen Maßnahmen zu klar ausgerichteten Roadmaps kombinieren, werde der Wandel gelingen.
Die Mobilitätwende sei keine Utopie, heißt es bei PwC. Durch den Einsatz der richtigen Maßnahmen und Instrumente könne die Mobilität in den Städten nachhaltig verändert werden. Den Kommunen stünden bereits heute eine Vielzahl an Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wenn sie diese konsequent und kombiniert nutzen, lasse sich der Autoverkehr in den Städten erheblich mindern und die Vision von lebenswerten, nachhaltigen Städten in die Realität umsetzen. (wa)



