Die Dortmunder Schwebebahn

Die Dortmunder Schwebebahn

Bild: © DSW21

Nicht nur Wuppertal, auch Dortmund hat seine Schwebebahn. Die ist nicht ganz so alt wie das Wuppertaler Gegenstück und auch nicht so lang. Aber immerhin: Das Streckennetz führt bislang drei Kilometer über den Campus der Technischen Hochschule Dortmund. Aber bald könnte das Netz wachsen.

Die Betreibergesellschaft H-Bahn21 und ihre Mutter DSW21 sehen sich durch die jüngste Ratsentscheidung in ihren ambitionierten Ausbauplänen für die H-Bahn deutlich bestärkt. Nach Prüfung mehrerer Gutachten hat sich das oberste Stadtgremium für eine der beiden in Frage kommenden Trassen entschieden. Bis Ende 2025 soll es nun im landesweiten ÖPNV-Bedarfsplan platziert werden. So könnten öffentliche Fördermittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) bis zu 95 Prozent der Gesamtkosten von rund 50 Mio. Euro abdecken.

Weniger Fahrzeuge nötig

Zunächst ist der Bau einer neuen Teststrecke geplant. Diese dient zugleich als erstes Teilstück eines neuen Streckenabschnittes zur U42. Auf der Teststrecke soll ein neues Automatisierungssystem erprobt werden. Ursprünglich war vorrangig eine Trassierung entlang der Emil-Figge-Straße betrachtet worden.

Mit der nun zu prüfenden Trassierung über Felder an einem Landschaftsschutzgebiet würden jedoch einige Vorteile einhergehen: So wäre die Strecke rund 100 Meter kürzer, was einer Kosteneinsparung von etwa 1 Mio. Euro entsprechen würde. Zugleich reduzierte sich so die Fahrtzeit in diesem Streckenabschnitt um 19 Sekunden. Bei dieser Planungsvariante würde H-Bahn21 für die Anbindung der Haltestelle »Theodor-Fliedner-Heim« in Barop im engen 10-Minuten-Takt unter dem Strich lediglich drei statt vier neuer Fahrzeuge benötigen.

Impulse für automatisiertes Fahren

Elementare Voraussetzung für die Ausbaupläne sei die Inbetriebnahme eines neuen Automatisierungssystems. Darin sollen alle Funktionen der Zugsicherung, des autonomen Fahrens, des Stellwerks und der Steuerung hocheffizient integriert werden. H-Bahn21 will dies auf Basis eines bereits bestehenden Systems, das bislang für die Steuerung und den Betrieb von S- und U-Bahnen eingesetzt worden ist, entwickeln und so einen ganz neuen Standard für H-Bahnen etablieren.

Geschäftsführer Elmar Middeldorf: „Wir reden von einer völlig neuen und richtungsweisenden Fahrzeug-Generation, die dann auch für H-Bahn-Projekte in anderen Städten und Ländern sehr interessant sein kann. Auch für das automatisierte Fahren auf der Schiene allgemein kann sie wichtige Impulse geben und Adaptionsmöglichkeiten aufzeigen.“ (wa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper